Neben den ursprünglichen Risiken der Kfz-Versicherung wie Haftpflicht- und Kaskoversicherung bieten viele Kfz-Versicherer auch nach wie vor die Insassenunfallversicherung oder eine Fahrerschutzversicherung an. Wo sind die Unterschiede der beiden Kfz-Zusatzversicherungen? Ist es sinnvoll oder sinnlos eines dieser Risiken abzusichern oder ist gar eine Absicherung beider Deckungen sinnig? Wir möchten Ihnen im folgenden Artikel dabei helfen, Ihr Wissen aufzufrischen oder vielleicht sogar zu erweitern.

Durch die Insassenunfallversicherung lassen sich sowohl der Fahrer als auch die Mitfahrer vor den finanziellen Folgen unfallbedingter Personenschäden schützen. Die Leistung ist unabhängig vom Verschulden. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine private Unfallversicherung, die jedoch nur bei Unfällen, die beim Lenken, Benutzen, Abstellen oder Be- und Entladen eines Autos passieren, greift. Der Gebrauch des Fahrzeugs muss dazu auch noch rechtmäßig sein. Wenn man also den Unfall vorsätzlich herbeigeführt hat oder er sich im Rahmen einer Straftat ereignet, besteht kein Versicherungsschutz. Auch auf die Ausschlüsse von Unfällen durch Geistesstörungen, Epilepsie, Schlaganfall, schwere Nervenleiden, Bewusstseinsstörungen oder das Fahren unter Alkoholeinfluss sollte man achten.

Der Abschluss einer Insassenunfallversicherung ist ausschließlich im Zusammenhang mit einer Kfz-Versicherung realisierbar. Eine eigenständige Insassenunfallversicherung gibt es nicht. Sie enthält – je nach Versicherer – Leistungen wie eine Invaliditätssumme, eine Todesfallsumme, ein Krankentagegeld und ein Krankenhaustagegeld. Generell gibt es zwei verschiedene Produktvarianten (Platz- und Pauschalsystem), die sich wie folgt unterscheiden:

Platzsystem: Jeder einzelne Platz kann individuell abgesichert werden.
Pauschalsystem: eine pauschale Versicherungssumme für alle Insassen

Platzsystem: Es kann beispielsweise auch nur der Fahrer abgesichert werden.
Pauschalsystem: Die Versicherungssumme wird durch die Anzahl der Insassen geteilt. Ab zwei Insassen erhöht sich die Versicherungsssumme automatisch um 50 Prozent.

Auch die Höhe der Versicherungssummen ist je nach Versicherer unterschiedlich. Einige bieten feste Summen, andere einen individuellen Spielraum, um die Summe zusammenzustellen. Betrachten wir den Markt der Kfz-Versicherung, haben sich schon einige Produktgeber vom Segment der Insassenunfallversicherung zurückgezogen. Je nach Versicherungsumfang beläuft sich die Prämie auf etwa 50 bis 120 Euro pro Jahr.

Fahrerschutz

Im Gegensatz zur Insassenunfall sichert der Fahrerschutz nur den zum Unfallzeitpunkt berechtigten Fahrer ab. Dieser wird jedoch so abgesichert, wie die Insassen über die Kfz-Haftpflichtversicherung mitversichert sind. Der Fahrer wird hier also so gestellt, als hätte er als Mitfahrer im Auto gesessen. Die Versicherungssumme orientiert sich in der Regel somit auch an der Höhe der Personenschäden in der Kfz-Haftpflicht. Der Fahrerschutz kann ebenfalls nur an eine bestehende Kfz-Versicherung angehängt werden. Separat kann dieser nicht vereinbart werden.

Derzeit wird diese Form von einigen Versicherern am Markt angeboten. Wichtig ist, dass auf die Unterschiede der einzelnen Gesellschaften stets geachtet wird. So gilt bei manchen Versicherern der Fahrerschutz zum Beispiel nur für Fahrer ab dem 23. Lebensjahr, oder gar erst ab dem 25. Lebensjahr. Darüber hinaus gibt es auch einige Sublimits beim Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Kosten für eine Haushaltshilfe und so weiter. Diese sind ebenso je nach Versicherer unterschiedlich.

Die Kosten für eine Fahrerschutzversicherung belaufen sich je nach Anbieter auf ca. 20 bis 40 Euro pro Jahr.

Rechtliche Situation

Durch die Änderung der schadenersatzrechtlichen Vorschriften vom 01.08.2002 wurde der Opferschutz im Schadensrecht wesentlich verstärkt. Unter anderem wurden die Regelungen zum Schmerzensgeld und auch die Gefährdungshaftung nach Straßenverkehrsgesetz geändert. Das Schmerzensgeld kann ohne Rücksicht auf den Haftungsgrund verlangt werden. Geregelt wird dies in § 253 BGB. Somit hat sich der Anspruch auf Schmerzensgeld auch auf die Fälle der sogenannten Gefährdungshaftung ausgedehnt. Nach altem Recht konnte nur die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB einen Schmerzensgeldanspruch nach sich ziehen. Nun gilt das Gegenteil. Sämtliche Gesetze, welche eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung vorsehen, verweisen auf die allgemeine Vorschrift des § 253 Abs. 2 BGB. Dadurch haben sich auch die sogenannten Gefährdungshaftungstatbestände geändert.

Zuvor haftete ein Fahrzeughalter gegenüber den Insassen gemäß § 8 a StVG lediglich dann, wenn es sich um eine „entgeltliche, geschäftsmäßige Personenbeförderung“ handelte. Nach § 7 Abs. 1 StVG gilt die Gefährdungshaftung nun auch für „private“ Insassen. Während die Gefährdungshaftung bei der gewerblichen Beförderung zwingend ist, kann sie bei der privaten Beförderung durch einen Vertrag zwischen Fahrer und Mitfahrer ausgeschlossen bzw. beschränkt werden. Einen entsprechenden Mustervertrag des ADAC finden Sie hier. Die Gefährdungshaftung des § 7 Abs. 1 StVG betrifft nun auch die Halter von Anhängern. Unterscheidet sich dieser von dem Halter des ziehenden Fahrzeugs, haften beide Halter gegenüber dem Verletzten gesamtschuldnerisch.

Nach altem Recht war die Gefährdungshaftung ausgeschlossen, wenn es sich um ein „unabwendbares Ereignis“ handelte. Der Ausschluss greift nach neuem Recht nur noch bei „höherer Gewalt“. Damit sind alle seltenen Fälle eines „betriebsfremden, von außen durch elementare Naturkräfte oder durch Handlungen dritter Personen herbeigeführten Ereignisses“ gemeint. Eine Ölspur oder Gegenstände auf der Straße (wie zum Beispiel auch Wild) sind damit nicht mehr ausgeschlossen.

Zusammenfassung

Durch die beschriebene Gesetzesänderung aus dem Jahr 2002 wurde die Insassenunfallversicherung mehr oder weniger bedeutungslos, da die Gefährdungshaftung nun auch für privat beförderte Insassen gilt. Darüber hinaus gibt es viele Überschneidungen im Leistungsbereich mit anderen Versicherungen. So sind die Kosten für Sach- und Personenschäden über die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers abgedeckt. Dies gilt sowohl für fremd- als auch für selbstverschuldete Unfälle. Da die Insassenunfallversicherung auch nur bei Unfällen aus dem Gebrauch von versicherten Kraftfahrzeugen leistet, ist hier eine eigene private Unfallversicherung weitaus sinnvoller, da diese bei allen Unfällen greift, im Vergleich zur Insassenunfall günstiger ist und auch höhere Versicherungssummen vereinbart werden können. Auch das Argument, dass bei fremdverschuldeten Unfällen im Ausland eine Insassenunfallversicherung sinnvoll sein kann, da eventuell die ausländische Kfz-Haftpflicht nicht über eine ausreichende Deckungssumme verfügt, kann man durch den Auslandsschadenschutz im Rahmen der Kfz-Versicherung widerlegen.

Die Fahrerschutzversicherung hingegen schließt eine tatsächliche Lücke, da der Fahrer bei einem eigenverschuldeten Unfall keinerlei Leistungen aus seiner Kfz-Haftpflichtversicherung erhält. Hier wird er aber, wie bereits erwähnt, vom Versicherer so gestellt, als hätte er als Insasse im Fahrzeug gesessen, und die Fahrerschutzversicherung greift hier auf den Leistungsumfang der Kfz-Haftpflicht bei Personenschäden gegenüber Insassen zurück. Dass gerade der Fahrer des Fahrzeugs einen guten Schutz braucht, liegt auf der Hand, denn zumindest dieser sitzt immer im Auto, und bei ca. 70 Prozent aller verletzten Fahrzeuginsassen handelt es sich um den Fahrer.

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Der gute alte Kfz-Schutzbrief!  Mancher lässt ihn kategorisch weg, andere sehen ihn als unbedingtes Muss an.
Hier prallen Weltanschauungen aufeinander und hier wollen wir auch gar nicht bekehren wir wollen lediglich darauf hinweisen, dass es den „alten, großen“ Schutzbrief immer noch gibt. Nicht nur den „kleinen“, den Sie als preiswertes Anhängsel der Kfz-Haftpflicht abschließen können. Darauf und dass sich die Leistungsinhalte gewaltig unterscheiden.

Der Unterschied zwischen „groß“ und „klein“ ist also nicht nur ein Thema für die Sesamstraße, sondern auch für uns.

Braucht man überhaupt einen Schutzbrief?

Befassen wir uns kurz mit der Frage, ob man einen Schutzbrief überhaupt benötigt. Beschränkt auf den Bereich „Probleme mit dem Wagen“ kann die Mitgliedschaft in einem Automobilclub oft ausreichend sein (z.B. Pannenhilfe, Abschleppen zur nächsten Werkstatt, Wildschadenbeihilfe usw.).Wer einen neueren Wagen fährt, dem gewährt der Hersteller zumindest für einige Zeit eine Mobilitätsgarantie. Auch diese beinhaltet u. a. Pannenhilfe und Abschleppen. Für eine gewisse Zeit wird aber auch ein Ersatzwagen gestellt (u.a.).

Wenn klar ist, welchen Umfang an Schutz sie bereits genießen, fällt es leichter, eine Empfehlung zu treffen, ob es einen Kfz-Schutzbrief bedarf – und wenn ja, in welcher Ausführung.

Der „Kleine für’n Zehner“

Der „Anhängselschutzbrief“ zur Haftpficht ist heute wohl die üblichste Form der Absicherung. Wie beim Schutzbrief üblich, greifen viele Leistungen erst dann, wenn man sich mindestens 50km vom Wohnort befindet und es zur Panne oder zum Unfall kommt. Schon vor der Haustür sind hier Pannen- und Unfallhilfe sowie das Bergen und Abschleppen des Fahrzeugs versichert. Hier greifen in der Regel immer bescheidene Obergrenzen, die im Regelfall aber immer noch gerade so ausreichend sein dürften, damit einem keine Kosten entstehen.
Wie bereits erwähnt, greifen die meisten Leistungspunkte erst, wenn man sich mindestens 50 km vom Wohnsitz entfernt befindet. Also dort, wo eine Panne oder ein Unfall sehr viele zusätzliche Probleme verursachen. Wie komm ich jetzt heim? Wo soll ich schlafen, bis das Auto repariert ist? Wie kommt mein Auto aus dem Ausland wieder zurück nach Hause? Bereits mit dem winzigen Jahresbeitrag des kleinen Schutzbriefs sind viele dieser Probleme gelöst.

Das Wichtigste für Sie: Bereits der  leistet in vielen Bereichen, in denen ein Automobilclub schwächelt. Die zehn Euro im Jahr sind also wohl immer gut investiert.

Und wofür „den Großen“?

Der „große Schutzbrief“ ist deutlich umfangreicher. Wenn der „Kleine“ unter dem Motto „Unterwegs mit dem Auto“ stünde, wäre beim „großen“ Schutzbrief „Auf Reisen“ die Umschreibung. In der Folge versucht diese Produktfamilie auch viele Probleme zu lösen, die eher im Urlaub ein solches werden können.

Krankenrücktransport, Rückholung von Kindern, Hilfe bei Insolvenz des Reiseveranstalters, Ersatzbeschaffung von Reisedokumenten, auch um so etwas kümmert sich der Schutzbrief! Als Reisender hat man so eine zentrale Anlaufstelle für die größten Probleme. Wer dies einmal genießen durfte, weiß um den Wohlfühlfaktor und das befreiende Gefühl des „Mir wird geholfen!“

Aber auch bei Betrachtung der reinen „Fahrzeug-Leistung“ fällt auf, dass die Erstattungsgrenzen deutlich steigen und es weitere Leistungen gibt – so wird z. B. für eine gewisse Zeit auch ein Mietwagen gestellt. Das erleichtert es, den gewohnten Alltag nach einem (selbstverschuldeten) Unfall oder einer Panne fortzuführen oder einen neuen Gebrauchtwagen zu finden, wenn man das Altfahrzeug nicht mehr retten kann.

Und wer?

Grundsätzlich schadet ein Schutzbrief niemandem. Den kleinen spüren Sie finanziell wohl nicht einmal. Für Sie , die viel unterwegs sind – das können Fernpendler sein oder Autourlauber – sollten sie soch aber evtl. doch den „guten alten Schutzbrief“ einmal vorstellen lassen.

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Wissen Sie, was Kleopatra mit Goethe verbindet? Der beiden Vorliebe für Reisen. Über 2.000 Jahre vor der seriellen Fertigung des Wohnwagens ließen sich bereits die letzte Königin des Ptolemäerreiches und ihr Geliebter Marcus Antonius von 20 Ochsen in einem wohnlich ausgestatteten Wagen an ihre Urlaubsziele am Mittelmeer ziehen. Auch Goethe so wird behauptet soll wohl Teile seines ein oder anderen Werkes am Sekretär seiner vollhölzernen Chaise geschrieben haben.

Bis zur Serienfertigung der Wohnwagen sollten allerdings noch einige Jahre verstreichen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Großbritannien sogenannte „Reisewagen“ angefertigt, welche allerdings – noch von Pferden gezogen lediglich der wohlhabenden Oberschicht vorbehalten war: Der Arzt und Schriftsteller William Gordon Stables, war 1885 der erste Privatmann, der sich einen sog. ,,Gentleman’s Caravan“ leistete. Dieser Luxusanhänger war ausgestattet mit edlen  Stoffen, Teppichen, einem Schlafsofa, Mahagoni-Verkleidung und einem Ofen wog jedoch bei einer Länge von über sechs Metern stattliche zwei Tonnen.

In Deutschland war es der Handelsvertreter Arist Dethleffs, der 1931 den ersten Wohnwagen fertigte. Er nannte ihn „Wohnauto“. Dieses „Wohnauto“ hatte mehr von einer Pferdetransportbox als von den großzügig mit Kühlschrank, Bett und sanitären Anlagen ausgestatteten mobilen Unterkünften, die wir heute kennen. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war seine Firma die einzige dieser Art auf dem deutschen Markt. In den 1950er Jahren erkannten dann immer mehr Unternehmen den Trend, und so zogen u. a. Hymer und Frankia nach. Die wirtschaftliche Hochkonjunktur in den 1960er Jahren und der daraus resultierende neu erlangte Wohlstand sorgten für Fernweh bei den Deutschen. Da jedoch das Buchen von Flugreisen wesentlich aufwändiger und kostspieliger war als heute, musste eine mobile Alternative her. Das Reisen mit dem Wohnwagen boomte seitdem. In den 1970er Jahren ergänzte das mittlerweile enorm gewachsene Unternehmen Dethleffs die Branche um eine flexiblere Alternative: Dem Wohnmobil. Denn während der Wohnwagen überwiegend als Ferienhaus auf Campingplätzen genutzt wurde, rückte mit dem Wohnmobil das Reisen wieder in den Mittelpunkt.

Aus der Idee des Peitschenhändlers Dethleffs ist längst eine milliardenschwere Industrie geworden. Mittlerweile sind in Deutschland über 600.000 Wohnwagen und -mobilen zugelassen. Tendenz steigend!

Dauergast auf dem Campingplatz:

Solange der Wohnwagen nur als Ferienhäuschen genutzt wird oder fest auf einem Campingplatz abgestellt wird, muss dieser nicht zugelassen werden. In diesem Fall bedarf es auch keiner Haftpflicht oder Kaskoversicherung. Als nicht zulassungspflichtiges Fahrzeug sind Wohnmobile und Wohnwägen in zeitgemäßen Privathaftpflichttarifen mitversichert.

Wie versichert man nun das Mobilheim selbst oder das Inventar? Der bewegliche Inhalt (z. B. Geschirr) kann zumindest bei Einbruchdiebstählen in die Deckung mancher Hausrattarife fallen. Einige unserer Deckungskonzepte decken auch den Diebstahl aus abgesperrten Fahrzeugen aller Art. Ein speziellerer Schutz sind Camping-  Versicherungen, wie Sie manche Versicherer im Angebot haben.

Unterwegs auf Europas Straßen – Kfz-Versicherung:

Im Gegensatz zu nicht zugelassenen Wohnwagen oder Mobilheimen ist zu beachten, dass zugelassene Reisefahrzeuge oder Wohnmobile natürlich der Haftpflichtversicherungspflicht unterliegen. Optional kann auch eine Voll- oder Teilkaskoversicherung abgeschlossen werden. Hier kann es abhängig von Neuwert und Alter des Fahrzeugs zu Einschränkungen in den Annahmerichtlinien der Anbieter geben.

Der Inhalt des Wohnmobils/Wohnwagens:

Die fest verbundenen Teile sind als ganz normale Fahrzeugteile über die Kaskoversicherung absicherbar. Bei beweglichem Inventar gib es auch hier die bereits oben bei den Standfahrzeugen erwähnten Lösungsmöglichkeiten. Wichtig ist und bleibt letztlich, welche Schäden Sie abgesichert haben möchten.

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Nicht versichert! Das weiß man doch!

Die Benzinklausel in den Bedingungen der Privathaftpflichtversicherung ist eines der „grundlegenden Gebote“ im Versicherungswesen. Schäden sind nicht versichert, die man beim Gebrauch eines zugelassenen bzw. versicherungspflichtigen Kraftfahrzeugs verursacht. Punkt.

Oft stellt sich allerdings die Frage, ob den Schaden nicht die Privathaftpflichtversicherung übernehmen müsste, wenn Sie z. B. die Selbstbeteiligung für den beschädigten Mietwagen zahlen soll oder mit dem geborgten Auto eines Bekannten einen Unfall verursacht wurde.

„Benutzen“ , das ist demnach fast alles, was mit einem Fahrzeug getan werden kann: Fahren, Tanken, Waschen, Be- und Entladen, Ein- und Aussteigen. In wie weit dies tatsächlich auf den ruhenden Verkehr zutrifft, ist strittig. Die Rechtsprechung sieht das inzwischen etwas differenzierter und schiebt den Schwarzen Peter immer wieder auch dem Privathaftpflichtversicherer des Schadenverursachers zu. So geschehen z.B. bei einem „Zündungshopser“ auf einen anderen PKW, den der Beifahrer versursachte, da er Radio hören wollte.

Die Versicherer haben reagiert

Es überrascht daher nicht, dass zwischenzeitlich bereits recht viele Versicherer reagierten und ihre PHV-Tarife um „KFZ-Deckungsinhalte“ erweitern. Die Rundum-Sorglos-Lösung bietet der Markt unseres Wissens zwar noch nicht – Ausschnittlösungen sind aber verfügbar.

 

Versicherbare KFZ-Schäden

1. Schaden an einem geliehenen Fahrzeug bzw. damit verursachter Fremdschaden

Beispiel 1: VN borgt sich das Auto des Bruders und verursacht damit einen Verkehrsunfall.

Beispiel 2: VN möchte einen Gebrauchtwagen kaufen und schrottet diesen bei der Probefahrt.

Grundsätzlich bleibt das Sache der Kfz-Haftpflicht bzw. der Vollkasko des Fahrzeughalters. Ein Anbieter, der für diese Schäden direkt eintreten würde, ist uns nicht bekannt.

Bekannt sind allerdings „SFR- und SB-Lösungen“, über die der Kfz-Halter zumindest die Mehrkosten erstattet bekommt, die ihm nach Regulierung des Schadens und der Rückstufung seines Schadenfreiheitsrabattes entstehen.

2. Falsche Betankung eines geliehenen Fahrzeugs

Beispiel: VN borgt sich für eine “ IKEA-Fahrt“ den Transporter eines Nachbarn. An der Tankstelle tankt er gedankenverloren wie gewohnt Benzin, statt Diesel. Das fällt dem VN glücklicherweise noch auf, bevor er wieder losfährt. Der Tank muss geleert und gereinigt werden. Weiterhin müssen alle Filter gewechselt werden.

3. Be- und Entladeschäden

Beispiel: Wochenendeinkauf im Supermarkt. Beim Öffnen des Kofferraums rollt dem VN der vollbeladene Einkaufswagen weg und schrammt einen geparkten Pkw an.

4. Schäden beim Öffnen einer Kfz-Tür

Beispiel: Sie als Beifahrer öffnen um auszusteigen recht achtlos die Tür und knallen diese gegen ein parallel geparktes anderes Fahrzeug, das Beule und Lackkratzer davonträgt.

5. Schaden an gemieteten Fahrzeugen durch Gebrauch

Beispiel: VN zieht um und mietet sich dafür einen Kleintransporter und einen Anhänger (geschlossener Kasten). Unroutiniert in der Fahrt mit Anhänger, fährt er auf der Autobahn viel zu schnell. Der Anhänger schaukelt sich auf und kippt (Totalschaden). Als der Hänger von der Kupplung springt, entsteht ein deutlicher Blechschaden am Heck des Kleintransporters. Der Anhänger ist nicht kaskoversichert.

6. Unfall mit Mietwagen im Urlaub („Mallorca – Deckung“)

Beispiel: VN wohnt in der Stadt und braucht daher kein eigenes Auto. Im Griechenland Urlaub mietet sie sich einen Pkw und verursacht einen Unfall, bei dem ein Kind sehr schwer verletzt wird. Der Mietwagen war für Personenschäden nur mit der gesetzlichen Mindestdeckungssumme von 1 Mio. Euro versichert. Diese Summe wird angesichts der dauerhaft bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht ausreichen.

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Die tägliche Teilnahme am Straßenverkehr birgt jede Menge Gefahren. Andere Verkehrsteilnehmer, stehende Hindernisse, behördliche Regularien und allgemeine Verkehrsregeln wollen beachtet werden. Dennoch passiert es nicht selten, dass rechtliche Auseinandersetzungen rund um das Besitzen und Betreiben eines Kraftfahrzeuges entstehen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten sich dagegen abzusichern:

Der Verkehrsrechtsschutz

Den wohl weitreichendsten Versicherungsschutz stellt der Verkehrsrechtsschutz für die Familie dar. Versichert sind hierin Sie, alle mitversicherten Personen (versicherter Personenkreis gem. den jeweiligen Bedingungen) in ihrer Eigenschaft als Halter und Eigentümer sämtlicher auf Sie zugelassenen Fahrzeuge sowie in Ihrer Eigenschaft als Fahrer und Teilnehmer am öffentlichen Verkehr. Der Versicherungsschutz kann sich aber auch nur auf Sie und auf Ihren Namen zugelassene Fahrzeuge beschränken.

Der Fahrerrechtsschutz

Anders als der Verkehrsrechtsschutz für Sie und Ihre Familie, ist der Fahrerrechtsschutz lediglich Personenbezogen. Die versicherte Person muss im Versicherungsschein benannt sein. So können Sie sich als Fahrer sämtlicher Fahrzeuge versichern, unabhängig davon, wem diese gehören oder auf wen diese zugelassen sind. Versicherungsschutz besteht auch für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr als Insasse, Fußgänger oder Radfahrer.

Der Fahrzeugrechtsschutz

Über diese Form besteht die Möglichkeit, einzelne, im Versicherungsschein per Kennzeichen benannte Fahrzeuge zu versichern. Daraus folgt, dass neben Ihnen jeder Mieter, Entleiher, Leasingnehmer, berechtigter Fahrer und berechtigter Insasse Versicherungsschutz genießt. Darüber hinaus sind Sie ebenso als Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr mitversichert. Auch in diesem wichtigen Bereich gibt es also viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

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Mit dem eigenen Fahrzeug in den Urlaub starten und ferne Länder erkunden? Bereits in den 1960er Jahren war diese Form eine beliebte Alternative zu den damals noch recht teuren Flugreisen. Heute denkt man anders: Durch die Öffnung der Grenzen und die moderne Technik der Navigationsgeräte, Routenplaner usw. wird das Reisen mit dem Auto noch einfacher und nach 50 Jahren fortschreitender Automobiltechnik natürlich auch immer komfortabler mit einem Hauch Freiheit.

Familie Yilmaz denkt ähnlich. Jedes Jahr im Sommer besucht sie für drei Wochen die Verwandtschaft in Balikesir in der Türkei. Aufgrund des Abenteuerfaktors wurde beschlossen, dass die Reise in diesem Jahr mit dem Auto erfolgen solle. Die Route ist schnell ermittelt: Von Deutschland geht es südlich, über den Balkan, bis nach geplanten 4 Tagen das Ziel erreicht werden soll. Während sich Frau Yilmaz eher Gedanken über Gepäck, Proviant und Geschenke für die Verwandten macht, überlegt Herr Yilmaz, was versicherungstechnisch zu beachten ist. Im Internet findet er eine Checkliste. Dort stößt er das erste Mal auf die „Grüne Karte“.

Was hat es nun damit auf sich?

Die „Grüne Karte“, offiziell „Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr“, ist Bestand eines überwiegend europäischen Systems und bescheinigt Versicherungsschutz nach den im Ausland geltenden Bestimmungen. Sie wird gewöhnlich vom Versicherer bei Sendung der Police mitgeschickt. Bevor die „Grüne Karte“ im Jahr 1949 eingeführt wurde, mussten Fahrzeughalter an jeder Grenze eine dem Land entsprechende Kfz-Haftpflichtdeckung nachkaufen. Dies fiel somit weg. Im Jahre 1974 wurde ein erweitertes Kennzeichenabkommen eingeführt (Kfz-Kennzeichen = Versicherungsschutz), welches die „Grüne Karte“ für die Einreise der Länder, die unterzeichnet hatten, unnötig machte. Das Mitführen dieser „Grünen Karte“ kann auch heutzutage in jedem Fall nur nützlich sein, z. B. bei der Schadenabwicklung nach einem Unfall. Hier empfehlen wir Familie Yilmaz das Mitführen einer zusätzlichen Kopie, die im Schadenfall ggf. an den Schadenverursacher/Unfallgeschädigten ausgegeben werden kann sowie den Europäischen Unfallbericht. Der Aufwand ist nicht erwähnenswert, doch der Nutzen im Schadenfall kann groß sein!

Was kann zusätzlich abgeschlossen werden?

Der Auslandsschadenschutz ist ein Zusatz zur normalen Kfz-Haftpflicht. Er wird von einigen Versicherern oft ohne einen zusätzlichen Beitrag im Rahmen der Haftpflichtpolice angeboten, andere Gesellschaften erheben einen Aufschlag. Er hilft Ihnen, wenn es bei einem Unfall im Ausland zu Regulierungsproblemen kommt. Wenn es im Ausland zu einem Unfall kommt, den der Versicherungsnehmer nicht zu verschulden hat, kommt es nicht selten zu Problemen bei der Schadensregulierung. Werden durch einen Unfall im Ausland entstandene Kosten nicht durch die Versicherung des Unfallverursachers übernommen oder reicht die Deckung nicht aus, bleibt der Geschädigte nicht selten auf einem Kostenberg sitzen. Die Deckungssummen von Kfz-Haftpflichtversicherungen im Ausland sind oftmals deutlich niedriger als in Deutschland. In manchen Ländern besteht für Autos noch nicht einmal eine Versicherungspflicht. (Nicht jedoch in der EU!) Haben Sie einen Auslandsschadenschutz abgeschlossen, so tritt in diesen Fällen der eigene Versicherer ein. Er gleicht dann die Schäden bis zu der vereinbarten Deckungsgrenze ab oder übernimmt die Differenz im Falle einer zu geringen Deckung durch die gegnerische Versicherung. Beim Abschluss einer Kfz-Versicherung lohnt es sich daher, die Angebote im Hinblick auf den Auslandsschadenschutz genau unter die Lupe zu nehmen.

Gehen wir davon aus, dass Familie Yilmaz zu den Verwandten in die Türkei fliegt und sich vor Ort einen Mietwagen nimmt: Ein wichtiger Punkt der Kfz-Versicherung sollte auch immer die „Versicherung für den Gebrauch fremder, versicherungspflichtiger Fahrzeuge“, landläufig „Mallorca Police“, sein. Sie greift immer, wenn sich ein Versicherungsnehmer im Ausland einen Leihwagen nimmt. Sie stockt den Schutz des Touristen auf heimischen Standard auf.

Was ist jedoch, wenn Sie in einem Land Urlaub machen, welches in den AHB nicht aufgeführt sind. Beispiel USA: Hier gelten nur die Versicherungssummen, die der Mietwagen im Ausland hat. In den USA ist die Mindestdeckung bei Mietwagen lediglich 50.000 US-Dollar. Das kann Ihnen im Schadenfall das (finanzielle) Genick brechen.

Andere Länder, andere Sitten

Wir empfehlen Ihnen die nützliche und kostenlose APP „Mit dem Auto ins Ausland“. Die App ist ein toller Reisebegleiter für die Fahrten auf Europas Straßen, zur Verfügung gestellt vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. Ob Infos zu Fährverbindungen oder ausländischen Kennzeichenverbindungen. Was ist im Pannenfall zu beachten? Welche Empfehlungen gibt es zum Mieten eines Autos? Hier finden Sie Wissenswertes rund um den Euro-Trip mit dem Auto.

Verkehrsregeln im Ausland können einen immer wieder überraschen – die Strafen, die für Verstöße verhängt werden können, meist auch. Da es im Straßenverkehr nicht immer nur „schwarz und weiß“ gibt, ist es natürlich sinnvoll, wenn Sie sich auch im Ausland rechtlich vertreten lassen können. Das ist nicht nur mit Blick  auf eventuelle Verkehrsordnungswidrigkeiten interessant, sondern auch für eventuelle zivilrechtliche Ansprüche, wenn man im Ausland selbst Unfallopfer wurde. Entsprechende Absicherung ist bereits über einen einfachen Fahrzeug-Rechtsschutz arstellbar. Natürlich empfiehlt sich eine umfangreiche Absicherung für alle Bereiche des Lebens.

Auch auf eine Auslandskrankenversicherung sollte nicht verzichtet werden. Auch hier bescheren die Kosten, die bei nötiger Behandlung im Ausland anfallen, oft unangenehme Überraschungen. Die eigene Krankenversicherung ist auf Abrechnungssätze in Deutschland ausgelegt, die im Ausland nicht gelten. Zwar trägt Ihre Krankenversicherung die entsprechenden Kosten, die in Deutschland angefallen wären – bleibt aber noch etwas von der Rechnung über, ist dies Ihr Problem. Das kann man schnell, einfach und preiswert vermeiden.

Ausgestattet mit dem nötigen Versicherungsschutz lässt es sich doch gleich viel unbeschwerter reisen.

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„Geboren wurde ich bereits im 19. Jahrhundert, doch meine Existenz in Deutschland wurde tatsächlich erst 1956 anerkannt. Wer nicht gerade in sehr ländlichen Gegenden wohnt, sondern sich im Alltag gewöhnlich im hektischen Stadtverkehr bewegt, stolpert eher selten über mich. Ich bin Mitglied der Feuerwehr und in meiner Freizeit gern an der frischen Luft unterwegs; am liebsten auf großen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wenn der Zirkus in der Stadt ist, lacht mein Herz. Mein Wiedererkennungsmerkmal ist eindeutig mein zart grasgrüner Teint. Ich habe zwei Geschwister: Einen schwarzen Bruder und eine rote Schwester. Rar gesät, bin ich nur einer kleinen Gruppe von Menschen vorbehalten. An bestimmten Lkws toleriert man mich, an Diplomatenfahrzeugen nie. Wer die Antwort weiß, dem winkt eine Kfz-Steuerbefreiung . . . „

Nein, der letzte Punkt ist natürlich nicht so einfach umsetzbar selbst, wenn unser Kandidat (ver)sprechen könnte, und sich dem Rateteam von Robert Lembke’s „Wer bin ich?“ vorstellen müsste. Haben Sie erraten, um was es uns heut hier geht? Gemeint ist natürlich das „grüne Kennzeichen“.

Doch wissen Sie eigentlich genau, was es damit auf sich hat?

Diese Frage möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten und Ihnen alles rund um das grüne Kennzeichen mit auf den Weg geben.

Voraussetzung
Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, können beinahe alle Fahrzeugtypen (außer Krafträder und Busse) ein grünes Kennzeichen erhalten. Laut Steuer- und Verkehrsrecht ist die Zulassung abhängig vom Einsatz des Fahrzeugs. Beim Finanzamt muss ein entsprechender Antrag eingereicht werden, da Fahrzeuge mit grünem Kennzeichen von der Kfz-Steuer gemäß § 3 KraftStG befreit sind. Hier müssen jedoch ebenfalls bestimmte Kriterien erfüllt sein.

Für zweckgebundene Fahrzeuge können zum Beispiel eingetragene Hilfsorganisationen oder Vereine ein grünes Nummernschild verwenden. Die Regelung für die Landwirtschaft ist nicht bundeseinheitlich. Jedoch gilt generell die Mindestanforderung: Bewirtschaftung von einer Fläche größer als zwei Hektar.

Menschen mit Behinderung und Schausteller können ebenfalls ein grünes Kennzeichen beantragen. Ebenso LKW-Anhänger, wenn für das Zugfahrzeug eine außerordentlich hohe Steuerbelastung vorliegt.

Spezialanhänger zur Beförderung von Sportgeräten, Tieren (zu Sportzwecken) oder Booten können auch von der Steuer befreit werden. Somit kann auch für den Bootstrailer und den Hunde- bzw. Pferdeanhänger ein grünes Kennzeichen beantragt werden, wenn diese ausschließlich zu diesem Zweck genutzt werden.

Ein grünes Kennzeichen dürfen folgende Fahrzeuge führen:

• LKW

• Wechselbrücken für den Container-Transport

• LKW-Anhänger und -Auflieger

• PKW

• PKW-Anhänger und Wohnwagen

• selbstfahrende Arbeits- und Baumaschinen

• Stapler

• Traktoren

• forst- und landwirtschaftlich genutzte Anhänger und Arbeitsgeräte

Doch nicht alle Fahrzeuge, die von der Steuer befreit sind, tragen auch ein grünes Kennzeichen. Dies regelt der § 9 FZV. Dies sind vor allem Fahrzeuge von Behörden, Diplomatenfahrzeuge etc.

Folglich erhalten alle anderen Fahrzeuge, die nach § 3 KraftStG von der Kfz-Steuer befreit sind und nicht durch § 9 FZV davon ausgeschlossen sind, ein grünes Kennzeichen.

Wie bekommt man ein grünes Kennzeichen?

Die Beantragung erfolgt über die zuständige Zulassungsbehörde. Man benötigt zur Zulassungjedoch bereits die Bestätigung der Steuerbefreiung, welche man auf Verlangen vom Finanzamt oder Zoll erhält.

Folgende Unterlagen benötigt man bei der Zulassung:

• Bestätigung vom Finanzamt/Zoll

• Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung

• eine gültige Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)

• Zulassungsschein Teil I und II (Fahrzeugschein und Fahrzeuqbrief

• gültiger Nachweis der Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU)

• ggf. Vollmacht und Personalausweis des zu Vertretenden, falls im Auftrag gehandelt wird

• Minderjährige: Einwilligungserklärung und Personalausweis/Reisepass der Eltern

• Für Firmen, Vereine oder GbRs sind die benötigten Unterlagen bei der Zulassungsstelle zu erfragen

Versicherung

Das grüne Kennzeichen befreit lediglich von der Kfz-Steuer, nicht aber von der Versicherungs­pflicht. So benötigt man zur Anmeldung den Nachweis einer Haftpflichtversicherung (eVB).

Ausnahmen sind im § 2 PflichtVG geregelt. So sind zum Beispiel Pferdeanhänger mit grünem Nummernschild von der Versicherungspflicht befreit. Der Anhänger darf dann aber auch nur ausschließlich für den Transport der Pferde genutzt werden. Sobald der Anhänger anders ge­nutzt wird (zum Beispiel zum Holztransport), begeht man sowohl einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz als auch gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz. Man begeht somit Steuerhinterziehung.

Auch wenn die Haftpflicht für Pferdeanhänger nicht verpflichtend ist, so ist es doch ratsam, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dies liegt vor allem an der Änderung des Straßenver­kehrsgesetzes aus dem Jahre 2002. So unterliegt der Anhänger auch der Gefährdungshaftungnach § 7 StVG, wenn er an das Zugfahrzeug angehängt ist. Damit haftet auch der Halter des Anhängers, wenn ein Dritter durch einen Verkehrsunfall einen Sach- oder Personenschaden er­leidet. Der Halter des Anhängers und der Halter des Zugfahrzeugs haften also gesamtschuldne­risch. Zuvor konnte der Halter des Anhängers nur haftbar gemacht werden, wenn der Anhänger an keinem Zugfahrzeug angehängt war. Also zum Beispiel, wenn der Anhänger einen Hügel hinabrollt und einen Schaden verursacht.

Wenn man die ganzen Einschränkungen des grünen Kennzeichens nicht will, kann man das Fahrzeug auch regulär mit schwarzen Nummernschild anmelden. Dadurch unterliegt es dann allerdings wieder der Steuer- und Versicherungspflicht. Kfz-Versicherungen für Fahrzeuge mit grünem Kennzeichen bieten nach wie vor noch die meis­ten Gesellschaften an.

Für weitere Informationen, Details zu Produkten und bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Neben den ursprünglichen Risiken der Kfz-Versicherung wie Haftpflicht- und Kaskoversicherung bieten viele Kfz-Versicherer auch nach wie vor die Insassenunfallversicherung oder eine Fahrerschutzversicherung an.

Wo sind die Unterschiede der beiden Kfz-Zusatzversicherungen? Ist es sinnvoll oder sinnlos eines dieser Risiken abzusichern oder ist gar eine Absicherung beider Deckungen sinnig?

Wir möchten Ihnen im folgenden Artikel dabei helfen, Ihr Wissen aufzufrischen oder vielleicht sogar zu erweitern.

Insassenunfall

Durch die Insassenunfallversicherung kann man sowohl den Fahrer als auch die Mitfahrer vor den finanziellen Folgen unfallbedingter Personenschäden schützen. Die Leistung ist unabhängig vom Verschulden. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine private Unfallversicherung, die jedoch nur bei Unfällen, die beim Lenken, Benutzen, Abstellen oder Be- und Entladen eines Autos passieren, greift. Der Gebrauch des Fahrzeugs muss dazu auch noch rechtmäßig sein. Wenn man also den Unfall vorsätzlich herbeigeführt hat oder er sich im Rahmen einer Straftat ereignet, besteht kein Versicherungsschutz. Auch auf die Ausschlüsse von Unfällen durch Geistesstörungen, Epilepsie, Schlaganfall, schwere Nervenleiden, Bewusstseinsstörungen oder das Fahren unter Alkoholeinfluss sollte man achten.

Abschließen kann man die Insassenunfallversicherung nur im Zusammenhang mit einer Kfz-Versicherung. Eine eigenständige Insassenunfallversicherung gibt es nicht. Sie enthält, je nach Versicherer, Leistungen wie eine Invaliditätssumme, eine Todesfallsumme, ein Krankentagegeld und ein Krankenhaustagegeld. Generell gibt es zwei verschiedene Produktvarianten (Platz- und Pauschalsystem), die sich wie folgt unterscheiden.

Auch die Höhe der Versicherungssummen ist je nach Versicherer unterschiedlich. Einige bieten feste Summen, andere einen individuellen Spielraum, um die Summe zusammenzustellen. Betrachten wir den Markt der Kfz-Versicherung, haben sich schon einige Produktgeber vom Segment der Insassenunfallversicherung zurückgezogen. Je nach Versicherungsumfang beläuft sich die Prämie auf etwa 50 bis 120 € im Jahr.

Fahrerschutz

Im Gegensatz zur Insassenunfall sichert der Fahrerschutz nur den zum Unfallzeitpunkt berechtigten Fahrer ab. Dieser wird jedoch so abgesichert, wie die Insassen über die Kfz-Haftpflichtversicherung mitversichert sind. Der Fahrer wird hier also so gestellt, als hätte er als Mitfahrer im Auto gesessen. Die Versicherungssumme orientiert sich in der Regel somit auch an der Höhe der Personenschäden in der Kfz-Haftpflicht. Der Fahrerschutz kann ebenfalls nur an eine bestehende Kfz-Versicherung angehängt werden. Separat kann dieser nicht vereinbart werden.
Derzeit wird diese Form von einigen Versicherern am Markt angeboten. Wichtig ist, dass auf die Unterschiede der einzelnen Gesellschaften stets geachtet wird. Darüber hinaus gibt es auch einige Sublimits beim Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Kosten für eine Haushaltshilfe und so weiter. Diese sind ebenso je nach Versicherer unterschiedlich.

Die Kosten für eine Fahrerschutzversicherung belaufen sich je nach Anbieter auf ca. 20 bis 40€ im Jahr.

Rechtliche Situation

Durch die Änderung der schadenersatzrechtlichen Vorschriften vom 01.08.2002 wurde der Opferschutz im Schadensrecht wesentlich verstärkt. Unter anderem wurden die Regelungen zum Schmerzensgeld und auch die Gefährdungshaftung nach StVG geändert. Das Schmerzensgeld kann ohne Rücksicht auf den Haftungsgrund verlangt werden. Geregelt wird dies im § 253 BGB. Somit hat sich der Anspruch auf Schmerzensgeld auch auf die Fälle der sogenannten Gefährdungshaftung ausgedehnt. Nach altem Recht konnte nur die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB einen Schmerzensgeldanspruch nach sich ziehen. Nun gilt das Gegenteil. Sämtliche Gesetze, welche eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung vorsehen, verweisen auf die allgemeine Vorschrift des § 253 Abs. 2 BGB. Dadurch haben sich auch die sogenannten Gefährdungshaftungstatbestände geändert.

Denn zuvor haftete ein Fahrzeughalter gegenüber den Insassen gemäß § 8 a StVG nur, wenn es sich um eine entgeltliche, geschäftsmäßige Personenbeförderung handelte. Nach § 7 Abs. 1 StVG gilt die Gefährdungshaftung nun auch für „private“ Insassen. Während die Gefährdungshaftung bei der gewerblichen Beförderung zwingend ist, kann sie bei der privaten Beförderung durch einen Vertrag zwischen Fahrer und Mitfahrer ausgeschlossen bzw. beschränkt werden. Einen entsprechenden Mustervertrag des ADAC finden Sie hier. Die Gefährdungshaftung des § 7 Abs. 1 StVG betrifft nun auch die Halter von Anhängern. Unterscheidet sich dieser von dem Halter des ziehenden  Fahrzeugs, haften beide Halter gegenüber dem Verletzten gesamtschuldnerisch.

Nach altem Recht war die Gefährdungshaftung ausgeschlossen, wenn es sich um ein „unabwendbares Ereignis“ handelte. Der Ausschluss greift nach neuem Recht nur noch bei „höherer Gewalt“. Damit sind alle seltenen Fälle eines betriebsfremden, von außen durch elementare Naturkräfte oder durch Handlungen dritter Personen herbeigeführten Ereignisses gemeint. Eine Ölspur oder Gegenstände auf der Straße (wie zum Beispiel auch Wild) sind damit nicht mehr ausgeschlossen.

Zusammenfassung

Durch die beschriebene Gesetzesänderung aus dem Jahr 2002 wurde die Insassenunfallversicherung mehr oder weniger bedeutungslos, da die Gefährdungshaftung nun auch für privat beförderte Insassen gilt. Darüber hinaus gibt es viele Überschneidungen im Leistungsbereich mit anderen Versicherungen. So sind die Kosten für Sach- und Personenschäden über die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers abgedeckt. Dies gilt sowohl für fremd- als auch für selbstverschuldete Unfälle. Da die Insassenunfallversicherung auch nur bei Unfällen aus dem Gebrauch von versicherten Kraftfahrzeugen leistet, ist hier eine eigene private Unfallversicherung weitaus sinnvoller, da diese bei allen Unfällen greift und im Vergleich zur Insassenunfall „günstiger“ ist und auch höhere Versicherunssummen vereinbart werden können. Auch das Argument, dass bei fremdverschuldeten Unfällen im Ausland eine Insassenunfallversicherung sinnvoll sein kann, da eventuell die ausländische Kfz-Haftpflicht nicht über eine ausreichende Deckungssumme verfügt, kann man durch den Auslandsschadenschutz im Rahmen der Kfz-Versicherung widerlegen. Ob Sie nun den Abschluss einer Insassenunfallversicherung brauchen, hängt natürlich von Ihren Ansprüchen ab.

Die Fahrerschutzversicherung hingegen schließt eine tatsächliche Lücke, da der Fahrer bei einem eigenverschuldeten Unfall keinerlei Leistungen aus seiner Kfz-Haftpflichtversicherung erhält. Hier wird er aber, wie bereits erwähnt, vom Versicherer so gestellt, als hätte er als Insasse im Fahrzeug gesessen,und die Fahrerschutzversicherung greift hier auf den Leistungsumfang der Kfz-Haftpflicht bei Personenschädengegenüber Insassen zurück. Dass gerade der Fahrer des Fahrzeugs einen guten Schutzbraucht, liegt auf der Hand. Denn zumindest der Fahrer sitzt ja immer im Auto. Bei ca. 70 Prozent allerverletzten Fahrzeuginsassen bei Verkehrsunfällen handelt es sich um den Fahrer.

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