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Rechtsschutzversicherungen sind noch immer eine der eher vernachlässigten „Massensparten“. Die Nähe des Produkts zu Gesetzen und Rechtsprechung macht es  grundsätzlich nicht einfach, zweifelsfrei sagen zu können, was versichert ist und was nicht – nicht umsonst beschäftigen Rechtsschutzversicherer Juristen als Sachbearbeiter.

Viele fühlen sich zunehmend überfordert mit dem Tempo, in dem sich die Gesellschaft verändert und sehen sich ständig mit neuen Regeln und Gesetzen konfrontiert. Im Gegenzug werden alte in der Rechtsprechung neu interpretiert. Vertragsinhalte werden immer komplexer und insgesamt hat ein Großteil der Bevölkerung regelmäßig das unbestimmte Gefühl, rechtlich übervorteilt worden zu sein. Eine Rechtsschutzversicherung als Rechtsdienstleister könnte da die richtige Lösung sein. Aber eine neue zusätzliche Versicherung? „Brauche ich nicht!“

Wir möchten Ihnen gerne ein Dutzend Gründe liefern, weshalb Sie sehr wohl eine Rechtsschutzversicherung brauchen:

1. Die Kosten je Rechtsschutzfall sind nach der Einführung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes um mehr als 20 % gestiegen
Beispiel: Ein Arbeitsrechtstreit bezüglich einer ungerechtfertigten Kündigung mit einem Streitwert von 10.500,00 € kostete vor der Einführung des RVG 2.660,25 €. Nach dem 01.08.2013 – also nach der Anpassung der Gebührensätze – kostet derselbe Rechtsstreit 3.048,45 €. Dies entspricht einer Kostensteigerung von 14,6 %.

2. Die Haftpflicht-Versicherung schützt den Schädiger und den Täter – Rechtsschutz hilft den Geschädigten und den Opfern!
Die Aufgabe der Haftpflichtversicherung ist – neben dem Begleichen von Haftpflichtansprüchen die Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen die versicherte Person. Somit haben Schädiger über ihre Haftpflichtversicherung passiven Rechtsschutz. Aber wer vertritt die Interessen des Geschädigten? Für die Durchsetzung eigener Haftpflichtansprüche gegen einen Dritten ist eine Rechtsschutzversicherung erforderlich.

3. Jährlich gehen über zwei Millionen Zivilklagen bei Gericht ein.
Zivilklagen können Rechtsstreitigkeiten von Privatpersonen (natürliche Personen und/oder juristische Personen) untereinander sein, z. B. Streitigkeiten aus Miete, Kauf, Werkvertrag, Schadenersatzklagen und Erbstreitigkeiten. Dies sind auch die häufigsten Deckungsfälle bei den Rechtsschutzversicherern.

4. Jährlich gibt es ca. 2,3 Millionen Verkehrsunfälle…
…und ca. 40 % davon werden vor Gericht verhandelt. Sei es, weil die Schadenhöhe strittig ist oder gar die Schadenfrage. Oftmals sind auch ausländische Verkehrsteilnehmer in einen Unfall involviert, was das Einschalten eines Anwaltes in den meisten Fällen unumgänglich macht. Und nicht nur die Thematik eines Unfalles ist im Verkehrsbereich erheblich. Möchte man sich z. B. gegen den Entzug des Führerscheins wehren, der aufgrund von wiederholter Geschwindigkeitsüberschreitung droht, hat man nur mit einem teuren Rechtsanwalt eine Chance.

5. Jährlich nehmen die Rechtsstreitigkeiten aus Versicherungsverträgen zu.
Schadenbeispiel: Frau Müller (VN) wird durch Krankheit berufsunfähig. Ihr behandelnder Arzt bescheinigt ihr auch, dass sie im bisherigen Beruf dauerhaft nicht mehr wie gewohnt arbeiten können wird. Aufgrund der medizinischen Unterlagen kommt der BU-Versicherer zu einem ganz anderen Ergebnis und verweigert die Leistung. Da es um medizinische Sachverhalte geht, wird das Einschalten eines Anwalts nötig.

6. Jährlich gehen über 500.000 Klagen vor deutschen Arbeitsgerichten ein.
Acht Stunden unseres Tages verbringen wir im Schnitt in der Arbeit. Hier kann viel passieren, was vor einem Arbeitsgericht verhandelt wird, z. B. Mobbing, Änderungskündigung, Kündigung oder Probleme mit der Gehaltszahlung. Die Kosten hierfür trägt jede Partei in der ersten Instanz selbst (siehe nächster Punkt), sofern dies nicht über eine Gewerkschaft aufgefangen wird.

7. Bei einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit zahlt jede Partei bis zur ersten Instanz die eigenen Kosten selbst – und zwar völlig unabhängig davon, wie das Verfahren ausgeht.
Bei Streitsachen, die vor einem Arbeitsgericht verhandelt werden gibt es eine Besonderheit, die unbedingt beachtet werden muss. Denn die Kosten einer Verhandlung in der ersten Instanz wer-den unter den streitenden Parteien gleichermaßen aufgeteilt; die eigenen Kosten trägt jede Partei selbst. Und das unabhängig davon, ob ein Rechtsstreit gewonnen oder verloren wird. So kann es hier oft vorkommen, dass von dem „gewonnenen“ Geld ein Großteil zurück an Anwalt und Gericht gezahlt wird. Eine Rechtsschutzversicherung hilft hier!

8. Es gibt rund 35 Mio. Mietverhältnisse
Kündigung wegen Eigenbedarfs, Fehler in der Nebenkostenabrechnung, Probleme mit der Zahlung der Miete, etc… Das und vieles mehr kann im Zusammenhang mit gemieteten/vermieteten Wohneinheiten zu Streit führen.

9. Gerade in Großstädten und Ballungszentren herrschen Risiken
Am Streitlustigsten ist man in den Stadtstaaten Hamburg (24,3 Streitfälle pro 100 Einwohner), Berlin (26,2 Streitfälle pro 100 Einwohner) und Bremen (22,5 Streitfälle pro 100 Einwohner). Das liegt an der hohen Dichte an Menschen, Autos, Wohnungen etc. Gerade wer K in Ballungszentren lebt, sollte auf das höhere Risiko achten. Denn die Wahrscheinlichkeit in einer Großstadt in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden ist natürlich immens höher. Auch der Wohnungsmarkt ist dort angespannter und bietet enormes Streitpotenzial.

10. Streitwerte steigen (und damit auch die Anwalts- und Gerichtskosten) wegen der steigenden Lebenshaltungskosten.
Nicht nur, dass das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz die Gebühren der Rechtsstreitigkeiten angehoben hat, auch die Streitwerte sind über die Jahre gestiegen. Außerdem sind die Einkommen in der Bevölkerung in den letzten Jahren gestiegen. Das macht bei einem durchschnittlichen Arbeitsrechtstreit – z. B. wegen einer Kündigung – knapp 1.000 Euro mehr an Streitwert. Auch Mietpreise und Kosten der allgemeinen Lebenshaltung sind in den letzten Jahren rapide angestiegen.

11. Es gibt immer mehr Gesetze und Verordnungen
Wenn man die Entwicklung betrachtet und die nähere Vergangenheit einbezieht, sind aus zehn (für jedermann nachvollziehbaren) Geboten im Laufe der Zeit knapp 2.000 Gesetze (im Bundesrecht) und 3.400 Verordnungen mit 76.382 Artikeln und Paragraphen geworden, die nun leider nicht mehr für jedermann nachvollziehbar sind. Oder wussten Sie, dass Sie zwar unbekleidet Autofahren, nicht aber unbekleidet aus diesem aussteigen dürfen? Oftmals führen Fehltritte, die man so bewusst gar nicht tätigen wollte, zu Problemen, die gerichtlich oder zumindest nur mit anwaltlicher Hilfe zu bewältigen sind.

12. Die Rechtsschutzversicherung führt zu Chancengleichheit
Zum Abschluss ein Punkt zum Thema „Fairness“ : Als durchschnittlicher Bundesbürger sieht man sich häufig von großen Institutionen (sei es privatwirtschaftlich oder staatlich) ungerecht behandelt, ob nun Autokonzerne, das Finanzamt, GEZ oder andere große Unternehmen. Möchte man sich alleine gegen solche wehren, sieht man sich häufig gegen eine Schar an Anwälten ankämpfen, die die eigenen Argumente mit Paragraphen und Urteilen widerlegen. Auch vor Gerichtsverfahren scheuen Großunternehmen nicht, da oftmals davon ausgegangen wird, dass der vermeidlich „kleine“ Gegner dies finanzell nicht stemmen könne. Hier ist guter Rat teuer oder eben auch nicht. Denn über eine Rechtsschutzversicherung kann man sich anwaltliche Hilfe einholen und sich auch gegen „größere“ Gegner wehren.

Für weitere Informationen, Details zu Produkten und bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Zahlreiche junge Menschen rund um den Globus nehmen sich nach der Schule oder dem Studium eine Auszeit, bevor sie ins Berufsleben eintreten. Eine Zeitlang als Au-pair bei einer Gastfamilie zu leben, scheint hier eine gute Lösung zu sein.

Wer sich im Gegenzug entscheidet, einen jungen Menschen aus dem Ausland für eine bestimmte Zeit bei sich in der Familie aufzunehmen, erklärt sich bereit, ihm neben den Sprachkenntnissen auch die kulturellen Vorzüge unseres Landes zu vermitteln. Diese Aufgabe geht durchaus mit einer Menge Verantwortung einher. Damit verbunden ist auch der Abschluss einer Au-pair-Versicherung für die gesamte Dauer des Aufenthalts in Deutschland.

 „Au pair“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit“

 

Krankenversicherung

Die Bundesagentur für Arbeit schreibt diese vor. Vom Umfang her soll sich die Au-pair Krankenversicherung an den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren. Neben ambulanter und stationärer Behandlung deckt sie auch den Rücktransport bei schwerer Erkrankung mit ab. Behandlungen können grundsätzlich bei jedem zugelassenen Arzt oder Zahnarzt erfolgen. Eine Einschränkung bei der Wahl gibt es nicht, sofern diese nach Gebührenordnung für Ärzte bzw. Zahnärzte abrechnen. Je nach gewähltem Versicherungstarif liegt die Erstattung der Kosten zwischen dem 1,8 fachen und dem 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung. Zur Orientierung: Ohne schriftliche Begründung können Ärzte bei gesetzlich Versicherten bis zum 2,3 fachen Satz abrechnen (Regelhöchstsatz). Die Absicherung für den Aupair sollte daher ebenfalls mindestens diesen Erstattungssatz berücksichtigen, damit möglichst keine Restkosten entstehen.

 

Unfallversicherung

Auch sie zählt zu den vorgeschriebenen Versicherungen. Die Leistungen eines solche Vertrags beinhalten Kapitalzahlungen bei unfallbedingt eingetretener Invalidität oder Tod. Vorschriften hinsichtlich der Absicherungshöhen gibt es allerdings nicht.

 

Haftpflichtversicherung

Hier stehen Schäden im Fokus, die der/die Au-pair als Erfüllungsgehilfe der Gastfamilie im Rahmen seiner Tätigkeit verursacht, aber auch solche, die der Gastfamilie zugefügt werden. Die Au-pair lösungen zur Haftpflichtversicherung sind in der Regel als „Lückenschluss“ für eine evtl. bereits bestehende Absicherung gedacht. Der/die Au-pair kann ja bereits eine eigene Haftpflichtversicherung im Heimatland abgeschlossen haben, ebenso kann es abhängig von Anbieter und Tarif möglich sein, dass der/die Au-pair im Rahmen der Privathaftpflicht der Gastfamilie mitversichert ist. Für viele Ausschlüsse im bestehenden Schutz tritt dann der Au-pair-Tarif ein. Wir weisen vorsichtshalber darauf hin, dass bei diesen Tarifen Schäden an beweglichen Gegenständen der Gastfamilie (z. B. Bildern, Mobiliar, Haushaltsgeräten) ausgeschlossen sind. Schäden, die an Wohnräumen verursacht werden, sind aber bei vielen Anbietern bereits eingeschlossen. Perfekter Rundum-Schutz ist damit zwar nicht verfügbar Schutz vor großen, existenzbedrohenden Schadensereignissen ist hingegen problemlos erhältlich.

 

Stichwort Abschiebekosten

Die meisten Ausländerbehörden verlangen zur Erteilung eines Visums eine unterschriebene Verpflichtungserklärung von den Gasteltern, dass diese für die Kosten einer Abschiebung aufkommen. Zu einer solchen kann es dann kommen, wenn der/die Au-pair straffällig wird (z. B. Drogenhandel, Tippgeberfunktion für organisierte Einbrecherbanden). Eine Abschiebekostenversicherung kommt für solche Fälle ggf. nach Abzug einer Selbstbeteiligung bis zur vereinbarten Höchstentschädigungssumme auf. Je nach Heimatland können die Kosten bis zu mehreren tausend Euro betragen. Ein Großteil der Anbieter hängen diese formal an eine Haftpflichtversicherung an.

Es sind auch Fälle bekannt, in denen Au-Pairs am Ende des geplanten Aufenthalts, also dann, wenn auch das Visum abläuft, das Land nicht verlässt und in die Illegalität abtauchen. Auch hier können Gasteltern theoretisch für die Abschiebekosten zur Kasse gebeten werden, wenn die Personen erst nach Jahren wieder aufgegriffen werden. Da der Versicherungsschutz der Abschiebekostenversicherung spätestens mit dem Visum ausläuft, gibt es keine Möglichkeit, sich gegen diese Fälle abzusichern, die ganz sicher eine absolute Ausnahme darstellen. Einschlägige Internetforen, in denen sich ehemalige Gasteltern von Au-pairs austauschen, führen nahezu keine „Abtauchberichte“, weshalb man unsere Ansicht nach mit diesem theoretischen Restrisiko gut leben kann.

Alle geforderten bzw. empfohlenen Bausteine (KV, UV, Haftpflicht) können problemlos und recht preiswert über spezielle Versicherungslösungen abgedeckt werden.

 

Und sonst noch..?

Erfahrungsgemäß dürfen Au-Pairs während Ihres Aufenthalts auch mindestens eines der Familienfahrzeuge für Fahrten nutzen. Daher sollte auch unbedingt daran gedacht werden, den zusätzlichen Fahrer bei dem Kfz-Versicherer des betroffenen Fahrzeugs anzuzeigen!

Natürlich gibt es auch den Fall, dass sich junge Menschen aus Deutschland dazu entschließen, eine bestimmte Zeit als Au-pair im Ausland zu verbringen. Abhängig vom Alter und dem evtl. damit verbundenen Familienversicherungsschutz (Krankenversicherung, Haftpflicht usw.) sollte hier der Auslandskrankenschutz für die Dauer des Aufenthaltes nicht vergessen werden. Wie Sie sehen konnten, sind zwar einige Dinge zu bedenken, doch letztlich ist das alles keine Hexerei und recht schnell und unkompliziert zu erledigen.

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Während bei nahezu jeder anderen Versicherungsform eine Abwägung von deren Notwendigkeit erfolgen sollte, ist die Privathaftpflicht ein absolutes „Muss“. Beim Abschluss der Versicherung stellt sichkaumdie Frage nach dem „ob“, sondern höchstens die Frage nach dem „wo“. „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentumoder ein sonstiges Recht eines anderenwiderrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatzdes daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ (§ 823 BGB). Nach geltendem Recht wird die Haftung mit dem kompletten Vermögen übernommen, und so kannes durchaus passieren, dass mandurch eineeinzige Ungeschicklichkeit seine kompletten Finanzen ruiniert. Dennoch hat jeder dritte deutsche Haushalt keine private Haftpflichtversicherung.

Wir möchten Ihnen nachstehend 12 gute Gründe nennen, warum Sie eine Privathaftpflichtversicherung benötigen.

1. Schon eine kleine Unachtsamkeit kann für einen großen Schaden sorgen

Ein Radfahrer fährtauseiner Gartenkolonie heraus auf einen Rad-/Gehweg und kollidiertdort mit einem entgegenkommenden Radfahrer. Dieser schlägt mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Der Radfahrer bleibt nach einer Schädelfraktur querschnittsgelähmt. Da er sich als Azubi auf demWeg zur Arbeit befand, fordertdie Berufsgenossenschaft Regress für den Wegeunfall u. a. für die monatlichen Pflegekosten.

2. Weltweite Deckung

Grundsätzlich bieten die meisten Versicherer einen durchaus belastbaren Schutz, wenn es um den Urlaub im Ausland geht –auch wenn der Zeitraum, über den die Gesellschaften ihren Schutz erstrecken, durchaus Unterschiede erkennen lässt. Gerade für das Reisen und die Ferien im außereuropäischen Ausland lohnt sich genaues Hinsehen. Denn die einzelnen Gesellschaften differenzieren in der Regel zwischen der EU und Nicht-EU-Ländern. Für die Letzteren gilt normalerweise ein verkürzter Versicherungsschutz zwischen 12 Monaten und bis zu drei Jahren.

Wichtig: Für einige Regionen wird nicht nur der Geltungszeitraum seitens der Unternehmen eingeschränkt, sie setzen auch im Bereich der Deckungssummen den Rotstift an. Im Schadensfall steigt aus Sicht der Versicherungsnehmer damit das Risiko, für einen Leistungsfall doch noch herangezogen zu werden.

3. Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprücheinklusive passivem Rechtsschutz

Versucht ein Geschädigter nach einem Unfall, den der Versicherungsnehmer als unachtsamer Fußgänger verursacht hat, hohe Schadenersatzsummen durchzusetzen, ist Ärger meistens vorprogrammiert. Und sehr häufig kommen hier schnell Juristen mit ins Spiel. Für private Haushalte eine finanzielle und seelische Belastung. Und eine Lücke, welche mitunter selbst eine Rechtsschutzversicherung nicht schließen könnte, da Verfahren wegen Schadenersatzansprüchen nicht grundsätzlich zu deren Grundschutzleistungen gehören. Dass Versicherungsnehmer dem Ganzen dennoch mit einer gewissen Entspannung entgegensehen können, liegt an den Leistungsbestimmungen zur Privathaftpflicht. Die Versi-cherer prüfen nicht nur die Haftpflichtfrage sie wehren unberechtigte Ansprüche auch ab. Dass die Gesellschaften dabei auch vor Gericht ziehen, lässt sich anhand der Versicherungsbedingungen ermessen. Meist taucht hier eine Klausel bezüglich der Vollmachten auf, welche die Versicherer für den Ernstfall in Anspruch nehmen. Und darin enthalten istdie Bevollmächtigung zur Prozessführung. Wer den nach dem Prüfen der Haftpflichtfrage die Schadenersatzansprüche anerkannt, haben die Geschädigten keinen Grund zur Klage. In vielen Fällen ist es ein als unberechtigt eingestufter Anspruch, der zum juristischen Streitfall wird. Und da die Gesellschaften sich in diesem Fall vor den Versicherungsnehmer stellen, erfüllen sie hier eine Rechtsschutzfunktion.

4. Schutz für die ganze Familie

In der Privathaftpflichtversicherung können mehrere Personen mitversichert werden. Je nach Tarif und Versicherer können z. B. auch alle mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen mitversichert werden. Kinder können teilweise noch mitversichert werden, wenn Sie gar nicht mehr bei den Eltern wohnen. Alleinstehende können durch einen Single Tarif einen günstigeren Beitrag erhalten.

5. Forderungsausfalldeckung

Werden Sie von einem Dritten geschädigt, der selbst nicht im Besitz einer privaten Haftpflichtversicherung und aufgrund seiner finanziellen Situation zahlungsunfähig ist (dies muss allerdings aus einem rechtskräftig vollstreckbaren Urteil hervorgehen), wird er es in der Regel schwer haben, seine Schadenersatzforderungen durchzusetzen und entsprechend entschädigt zu werden. Hier greift dann die Forderungsausfalldeckung seiner eigenen Privathaftpflichtversicherung. Der Versicherer zahlt den Schaden als hätte der Schädiger eine Versicherung und Sie übertragen den erworbenen Titel auf den Versicherer. In guten Tarifen ist auch eine Rechtsschutzversicherung für das Erwirken eines Titels mitversichert.

6. Gebrauch von versicherungspflichtigen Luftfahrzeugen

Mittlerweile besitzt fast jeder Haushalt ein ferngesteuertes Luftfahrzeug. Jedoch wissen die wenigsten, dass diese kleinen „Spielzeuge“ der Versicherungspflicht unterliegen. In einigen Privathaftpflichttarifen ist dies mitversichert. Hier sollten Sie sich die Versicherungsbedingungen etwas genauer anschauen. Denn oft gibt es Begrenzungen des Gewichts oder gar der Antriebsart, obder Gebrauch von versicherungspflichtigen Luftfahrzeugen mitversichert ist oder eben nicht. In einigen unserer Deckungskonzepten sind versicherungspflichtige Luftfahrzeuge momentan leider nicht versichert.

7. Gefälligkeitshandlungen

Verwandte oder Freunde ziehen um oder brauchen beim Hausbau Hilfe. In beiden Fällen wird man die Unterstützung kaum verwehren. Allerdings kann eine solche „Gefälligkeit“ durchaus teuer werden. Lässt man beim Tragen der Umzugskisten doch meist gerade jene zu Boden fallen, in denen teure Erbstücke oder Elektrogeräte ihren Platz gefunden haben. Wie werden diese Gefälligkeitsschäden in der Praxis aber behandelt. Prinzipiell wäre es folgt man den Vorgaben, die das Bürgerliche Gesetzbuch macht so, dass der Verursacher des Schadens auch für dessen Folgen einstehen muss. § 823 BGB spricht in diesem Zusammenhang eine eindeutige Sprache. Aber: Der Schaden, welcher aus einer Gefälligkeit heraus entsteht, genießt eine besondere Position auch im juristischen Kontext. Denn mit dem Dienst aus Gefälligkeit geht -wenn auch stillschweigend- eine Haftungsbeschränkung zwischen den einzelnen Beteiligten einher. Damit besteht –zumindest aus juristischer Sicht – auch keine Haftpflicht bei einem eventuell entstehenden Schaden. Viele Versicherer gewähren jedoch auch bei Gefälligkeitsschäden Versicherungsschutz, jedoch ist die Versicherungssumme oft begrenzt oder gar mit einer Selbstbeteiligung versehen. Ein genauer Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen macht hier auf jeden Fall Sinn.

8. Ehrenamt

Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen. Abseits des positiven Charakters, den das Ehrenamt genießt, stehen Betroffene vor der Frage, was passieren kann, wenn zum Beispiel beim Transport von Sachspenden oder im Rahmen einer Feuerwehrübung Sach-oder vielleicht sogar Personenschäden entstehen? Haben Vereine nicht in entsprechender Weise für ihre Mitglieder, die Ämter ausfüllen, vorgesorgt, stehen diese den Ansprüchen aus einem Schadensereignis allein gegenüber. Eine Tatsache, die oft vergessen wird sich im Alltag möglicherweise aber zu einem echten Risiko entwickelt. Viele Versicherer leisten in der Privathaftpflicht auch für die Gefahren eines Dienstes oder Amtes.

9. Schäden durch deliktunfähige Personen

Kinder sind vor dem Hintergrund von § 828 BGB bis zum vollendeten 7. Lebensjahr deliktunfähig. Eine Tatsache, die dramatische Auswirkungen haben kann. Muss zum Beispiel ein Pkw wegen eines fünfjährigen Kindes bremsen und löst einen Auffahrunfall aus, kann das Kind beziehungsweise die Haftpflichtversicherung der Eltern nicht für den Schaden in die Pflicht genommen werden. Bekanntlich regulieren die Versicherer nur dann einen Versicherungsfall, wenn dieser auf gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen beruht. Greift aber § 828 BGB, fällt diese aus. Entweder muss der Geschädigte den Schaden selbst tragen oder strengt ein Verfahren an, um eine Aufsichtspflichtverletzung nachzuweisen. Allein aus dieser Tatsache heraus ließe sich für Kinder unter acht Jahren (bzw. für Kinder unter 11 Jahren im Straßenverkehr) eine wirksame Schadenersatzpflicht der Eltern/Aufsichtspflichtigen begründen. Mittlerweile sind in vielen Privathaftpflichttarifen nicht nur deliktunfähige Kinder sondern alle deliktunfähigen Personen (z. B. Demenzkranke) mitversichert. Auch hier haben die Versicherer verschiedene Sublimits oder auch Selbstbeteiligungen die beachtet werden sollten.

10. Mietsachschäden

Das Gros der Deutschen wohnt nicht im Eigenheim, sondern in Mietwohnungen. Eine Tatsache, die auch vor dem Hintergrund der privaten Haftpflichtversicherung Fragen aufwirft. Wer zahlt, wenn der Mieter beim Einzug die Wohnungstür beschädigt? Oder was passiert, wenn durch eine kleine Unaufmerksamkeit das Glas der teuren Duschkabine zerbricht? Zwei mögliche Schadensbeispiele, die sich beliebig erweitern ließen. Denn eine Mietwohnung ist keineswegs so leer, wie man vielleicht im ersten Moment denkt. Parkett, Badewanne, Heizung, teure Spiegel und Fliesen –Schäden, die Mieter verursachen, können letztlich für beide Seiten teuer werden. Ein Austausch gerissener Fliesen ist meist teuer genauso wie die kaputte Badewanne. Und auch Schäden an der Einbauküche sollte man nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen. Hat man als Mieter den Schaden verursacht ob nun vorsätzlich oder fahrlässig ist man grundsätzlich schadenersatzpflichtig. Die Absicherung von Mietsachschäden ist in fast allen Tarifen enthalten. Oft sind auch Mietsachschäden an mobilen Einrichtungsgegenständen im Hotel oder einer Ferienwohnung in den Versicherungsschutz eingeschlossen.

11. Schlüsselverlust

Bei Abhandenkommen, Verlust oder Diebstahl von Schlüsseln für Wohnanlagen oder auch für die Firma, können sehr hohe Kosten entstehen. Dies schon allein deswegen, weil häufig komplette Schließanlagen im Zuge dessen ausgewechselt werden müssen. Zu den sogenannten Schlüsselschäden, diedurch die private Haftpflichtversicherung abgedeck tsind, zählen im Normalfall auch Code-Cards sowie Generalschlüssel. Die rechtmäßige Aufbewahrung dieser ist grundlegende Bedingung für den Versicherungsschutz. Desweiteren sollte beachtet werden, dass gerade beim beruflichen Schlüsselverlust der Arbeitnehmer nicht immer vom Arbeitgeber haftbar gemacht werden kann. Dann greift hier die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche.

12. Elektronischer Datenaustausch/Internetnutzung

Die Internetnutzung und der Austausch elektronischer Daten gehört heute zum Alltag. Die Privathaftpflichtversicherung leistet auch, wenn man z. B. schadhafte E-Mails versendet oder wenn man durch einen externen Datenträger andere Netzwerke und Rechner infiziert und lahmlegt.

Eine Gesamtübersicht über unsere möglichen Absicherungen finden Sie im Bereich der Haftpflichtversicherung auf unserer Homepage.

Für alle Ihre Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.