Einkommensabsicherung bedeutet für die meisten von uns BU-Versicherung. Doch was, wenn ein Beruf nicht versichert werden kann; oder die Person zu jung ist oder es der gesundheitliche Zustand nicht zulässt?

Im Hinblick auf die magere Unterstützung von staatlicher Seite im Worst Case, sollte die Absicherung der eigenen Arbeitskraft durch private Vorsorge eine hohe Priorität im Leben eines jeden Arbeitenden darstellen. Nicht zu Unrecht denkt man in diesem Zusammenhang unweigerlich an die Berufsunfähigkeitsversicherung. Soweit ein guter Ansatz. Allerdings lässt sich eine solche Absicherungsmöglichkeit nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen für jeden abschließen. Denken Sie an risikoreiche Berufe oder – ganz banal – an Kinder. Was ist, wenn Sie bereits Vorerkrankungen aufweisen? Dann ist es tatsächlich sehr schwierig, guten Schutz zum guten Preis zu bekommen. Im schlimmsten Falle werden Sie komplett von der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen. Doch auch für diese Fälle bietet der deutsche Versicherungsmarkt selbstverständlich Lösungen.

Die Lösung: Grundfähigkeitenversicherung

Das Prinzip, welches sich dahinter verbirgt, ist rasch erklärt: Verlieren Sie elementare Fähigkeiten, die es ihnen nicht mehr ermöglichen, problemlos durch den Alltag zu gelangen – wie z. B. Greifen, Laufen, Sehen usw., doch auch die geistige Leistungsfähigkeit – tritt der Leistungsfall ein und Sie erhalten eine Rente. Diese Grundfähigkeiten sind über einen Fähigkeitenkatalog definiert und werden von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich gewichtet. Doch auch für die eingangs erwähnten Kinder, die aufgrund ihres Alters eben (noch) keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, stellt die Grundfähigkeitsversicherung eine Übergangslösung dar.

Oftmals fehlt es gerade bei bestimmten Berufsgruppen an der Vorstellungskraft, überhaupt einmal berufsunfähig werden zu können. Nehmen wir als Beispiel einen der bedeutensten Wissenschaftler unserer Gegenwart, Stephen Hawking. Hawkings letzte wissenschaftliche Arbeit stellte er wenige Tage vor seinem Ableben 2018 fertig. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits 50 Jahre im Rollstuhl – ohne die Fähigkeit zu sprechen, zu laufen. An diesem Beispiel wird deutlich, dass der Verlust von bestimmten Grundfähigkeiten nicht zwangsweise zu einer Berufsunfähigkeit führen muss.

Doch Sie müssen keine Astrophysiker sein. Nehmen wir ein anderes Beispiel: Sie sind Fliesenleger oder arbeiten in einem anderen körperlich sehr anstrengenden Handwerksberuf und können die monatliche finanzielle Belastung, die für Ihren umfassenden Berufsunfähigkeitsschutz anfallen würde, nicht aufbringen. Freilich bietet hier die Grundfähigkeitenversicherung keine eins zu eins Alternative – allerdings guten Basisschutz. Und der ist allemal besser als gar keiner, oder?

Die Pros und Kontras

Der erste Punkt für eine Grundfähigkeitenabsicherung liegt auf der Hand: Sie kommt vor allem für diejenigen infrage, für die (noch) keine BU abschließbar ist oder deren Grundfähigkeiten (siehe oben) bereits gefährdet sind. Im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung können die monatlichen Beitragskosten zumal um ein Vielfaches niedriger ausfallen. Auch die einfache Beweisbarkeit und Eindeutigkeit der eingeschränkten Grundfähigkeit muss an dieser Stelle erwähnt sein. Darüber hinaus erhalten Sie die Leistungszahlung auch, wenn Sie Ihren Beruf noch ausüben können– da es eben keine BU ist – und auch die in der Berufsunfähigkeitsversicherung geltende Regelung, dass der Grad der Beeinträchtigung mindestens zu 50 Prozent vorliegen muss, entfällt.

Doch kein Sommer ohne Mücken, wie W. Busch schon richtig erkannte: Oftmals findet in der Grundfähigkeitenabsicherung die Psyche und deren Erkrankungen keine Berücksichtigung. Zwar haben einige Versicherer psychische Fähigkeiten, wie beispielsweise Konzentration oder Orientierung, in ihren Leistungskatalog aufgenommen; hier muss dann allerdings ein Gericht anhand eines psychischen Gutachtens urteilen bzw. der Versicherungsnehmer überhaupt unter gerichtlich bestellter Betreuung stehen. Schwere Depressionen beispielsweise sind hingegen nur in wenigen Tarifen versicherbar. Auch der komplette Wegfall der einzelnen Fähigkeit ist Voraussetzung für die Leistungszahlung.

Die Quintessenz

  • Die Grundfähigkeitenabsicherung sollte nicht die erste Wahl bei der privaten Vorsorge sein, kann aber vereinzelt durchaus sinnvoll sein.
  • Sie bietet im Verhältnis zur BU zwar eher Basisschutz, kostet dafür aber auch um einiges weniger.
  • Verliert der Versicherte eine oder mehrere solcher Fähigkeiten für eine gewisse Zeit (oft sechs oder zwölf Monate), zahlt die Grundfähigkeitsversicherung die vereinbarte Rente.
  • Jeder Versicherer regelt im Leistungskatalog die Definition und Voraussetzung der Grundfähigkeiten individuell.

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Wer kann denn heute schon sagen, wieviel Geld man später im Leben brauchen wird? Viele Faktoren tragen dazu bei, dass sich Lebensumstände ändern und dadurch höhere Kosten anfallen können. Welche Möglichkeiten für Sie bestehen, den Schutz ihrer lebensabschnittsbegleitenden Verträge an äußere Umstände anzupassen, lesen Sie hier.

Da hilft auch keine Glaskugel: Manche Sachen im Leben sind weder voraussehbar noch in irgendeiner Weise planbar. Wie entwickelt sich die Karriere, ist ein Partner oder sind Kinder zu versorgen, wie sieht die Sache mit dem Eigenheim aus? Fragen, auf die man gegenwärtig schlicht noch keine Antwort geben kann – denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Damit eine lebensbegleitende Berufsunsfähigkeitsversicherung dennoch auf gutem Fuße mit Ihren finanziellen Bedürfnissen steht, ist es essenziell, einen flexiblen Vertrag zu wählen, innerhalb dessen die Möglichkeit besteht, die versicherte Berufsunfähigkeitsrente zu erhöhen. Stichwort Nachversicherungsgarantie. Mit dieser lässt sich Ihre BU-Rente erhöhen, wenn bestimmte Änderungen eingetreten sind. Ohne dieses Stichwort sind Änderungen dieser Art am Vertrag bei vielen Versicherern nur schwer möglich.

Ereignisse, bei denen eine Erhöhung bei den meisten Anbietern möglich ist, können unter anderem sein:

  • Geburt oder Adoption eines Kindes (finanzielle Mehrbelastung durch ein zusätzliches Familienmitglied)
  • Heirat/Eintragung einer Lebenspartnerschaft oder Scheidung (in der Regel finanzielle Mehrbelastung)
  • Kauf von Wohneigentum (Kreditbelastung)
  • Abschluss von Ausbildung oder Studium/Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit (in der Regel höheres Einkommen vorhanden)

Tritt eines oder mehrere dieser Ereignisse ein, sollten Sie es auf keinen Fall versäumen, Ihre Option der Nachversicherungsgarantie rechtzeitig geltend zu machen! Die Beantragung der Erhöhung seiner BU-Rente muss innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach dem Eintreten des Ereignisses stattfinden. Je nach Versicherer beträgt diese Spanne sechs oder zwölf Monate. Der Abschluss eines Neuvertrages ist in den wenigsten Fällen ratsam, da Sie hier automatisch erneut Fragen zum gesundheitlichen Zustand beantworten müssten. Besonders die jungen Kunden profitieren: Da die Nachversicherungsgarantie keiner zusätzlichen Gesundheitsprüfung bedarf, profitieren diese bei Vertragsabschluss von ihrem (guten) Gesundheitszustand und können zu einem späteren Zeitpunkt ihrer Beitragszahlungspflicht die Rente an ihre Lebensumstände anpassen.

Anpassung bis ultimo?

Beachten Sie bitte zwingend die Grenzen der Versicherer! Nicht nur der Zeitraum, in dem die Erhöhung beantragt werden muss, ist vom Versicherer begrenzt. Gemeint sind sowohl Höchstgrenzen der Versicherungssumme als auch das Höchstalter, bis zu dem eine Aufstockung vorgenommen werden kann.

Option auch für RLV-Policen

Selbiges gilt übrigens auch für die Risikolebensversicherungsverträge, wobei diese Option nur von wenigen Anbietern geboten wird. Die RLV dient primär der Absicherung von Hinterbliebenen. Stirbt der Versicherungsnehmer, wird die vereinbarte Summe fällig. Stellt dieser jedoch fest, dass die bei Abschluss vereinbarte Summe zu niedrig angesetzt war – gehen wir von 250.000 Euro aus – weil beispielsweise die Kreditbelastung der neu erworbenen Immobilie sich bereits auf 250.000 Euro beläuft und somit genau 0,00 Euro für die Absicherung der Familie übrig blieben, kann auch hier aufgestockt werden.

Noch ein Vorteil der Nachversicherungsgarantie: Sie können evtl. die Untersuchungsgrenzen umgehen, die Sie sonst zur großen ärztlichen Untersuchung schicken würde. Haben Sie z. B. bereits 150.000 Euro in einem Altvertrag zur Familienabsicherung, müssen Sie zur Absicherung einer Finanzierung 250.000 Euro zusätzlich beantragen, sind das zusammen auch 400.000 Euro, die als eine Gesamtabsicherung gewertet werden können. Beantragt man nun nur 200.000 Euro neu, weil 50.000 Euro aus der Nachversicherungsgarantie beim Altvertrag aufgestockt werden können, landet man womöglich unter dieser Grenze. Das Thema mag von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich gehandhabt werden. Behalten Sie diesen Punkt aber bitte im Kopf.

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Man sollte ja denken, dass inzwischen jeder junge Mensch die Probleme der Gesetzlichen Rentenversicherung kennt und die Notwendigkeit einer privaten Absicherung verstanden hat.

Die Praxis sieht aber tatsächlich oft anders aus. Eine sehr schöne Möglichkeit für Aufklärung in diesem Bereich zu sorgen, sind: Zahlen, Daten, Fakten…

Das folgende Beratungsgespräch hat so ähnlich tatsächlich stattgefunden:

Der 33-jährige Kunde ist als kaufmännischer Angestellter in einer größeren Baufirma tätig und ist fachlicher Vorgesetzter von 3 Mitarbeitern.

Kunde: Eine private Altersversorgung? Brauch ich die wirklich? Ich verdiene gut und meine Renteninfo schaut eigentlich gar nicht so schlecht aus. Vielleicht macht es ja sogar Sinn dort mehr einzuzahlen?!

Makler: Naja – so ganz glücklich wäre ich damit nicht. Aber ich möchte Ihnen kurz eine alternative Anlage vorstellen, die Sie interessieren könnte.

Kunde: OK.

Makler: Das Unternehmen, von dem ich spreche, wird seit mehreren Jahrzehnten bereits mit Bundeszuschüssen gestützt. So ca. 15 bis 25 % der Ausgaben werden von Steuergeldern getragen.

In den letzten 30 Jahren hatte das Unternehmen zwischen ca. 0 und 2,6 Monatsausgaben als Reserve übrig. Es ist also darauf angewiesen, dass immer Geld von den Beitragszahlern in die Kasse kommt, um die bestehenden Verpflichtungen zu decken. Dummerweise wird die Zielgruppe des Unternehmens also die Beitragszahler aktuell immer kleiner.

Kunde: Und?

Makler: Was „und“?

Kunde: Kommt da kein abermehr? Sie wollen mir doch nicht ernsthaft so eine Anlage empfehlen, oder?

Makler: Nein – natürlich nicht. Und Sie würden so eine Anlage auch sicher nicht bei mir zeichnen, oder?

Kunde: Nein – ein Unternehmen, das jetzt bereits staatlich gestützt wird, keine Reserven hat und deren Zielgruppe schrumpft, kann doch gar nicht funktionieren.

Makler: Stimmt. Deshalb habe ich Ihnen auch nicht angeboten freiwillig in die Gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Denn die von mir genannten Zahlen treffen auf die Gesetzliche Rentenversicherung zu. Ich zeige Ihnen das mal an ein paar Diagrammen…

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Die Zeiten ändern sich. Das war schon immer so – und das wird auch immer so bleiben. Wer in diesem Jahr 60 wird, wurde 1958 geboren. Hat er oder sie mit 36 Jahren über seinen/ihren Ruhestand nachgedacht und eine Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen, dann war das im Jahr 1994. Der Garantiezins lag noch bei unvorstellbaren vier Prozent und die Branche schaffte eine durchschnittliche Gesamtverzinsung jenseits der sieben Prozent. Mit 100.000 D-Mark Garantiesumme war der Vertrag kein kleiner und die Prognose was wirklich einmal herauskommen sollte… Hach, ein Traum! Da ließ man sich bereitwillig auf die Vorstellung ein, dass man mit 60 in den verdienten Vorruhestand abtauchen wird…

Nur 24 Jahre später sieht die Welt ganz anders aus. Die Branche schafft im Durchschnitt keine drei Prozent mehr in den klassisch kapitalbildenden Tarifen, der Garantiezins stammt zu erheblichem Teil aus der Zinszusatzreserve und mit 60 hört kein Normalbürger mehr auf zu arbeiten. Mit Blick auf die Renteninformation sind die meisten schon froh, wenn es zum 65. in der Summe zum Leben reicht.

Nun kommen aber bereits zum 60. vielleicht 65.000 Euro an. Tja, was macht man jetzt?
Stellen wir erst einmal fest, dass die Summe nicht angegangen werden sollte, da sie ja für den Ruhestand gedacht war, der aber noch nicht eingetreten ist. Man sollte also versuchen, mehr daraus zu machen.

Und wohin jetzt damit?

Auf dem Girokonto lassen? → Da gibt es keine Zinsen mehr.
Tageslgeldkonto? → Bei der Summe und der langen „Liegezeit“ kommen wir auch nur knapp über 0,5 Prozent, wenn die Bank nicht unbedingt auf Malta sein sollte.
Festgeld? → Ähnliches Bild. Da kann man schon an zwei Prozent herankommen, wenn man keine Problem mit einer lettischen Bank hat. Im Inland meist leider nur unter 0,7 Prozent jährlich.
Bausparvertrag? → Ach, kommen Sie! Wirklich?
Investmentfonds! → Vielleicht, aber die können eben schwanken oder auch einbrechen. Ungünstig, wenn man zu einem festen Zeitpunkt mit einer bestimmten Summe rechnet.

Vielleicht können wir das Problem ja lösen!

Tatsächlich scheinen Lösungen im Versicherungsmantel die einzigen zu sein, die den Spagat zwischen Sicherheit und Ertrag meistern können – zumindest wenn wir den Fall haben, dass das Geld noch ein paar Jahre liegen soll. Zu „Parkkonten“ und ähnlichem kann man durchaus sehr unterschiedliche Standpunkte beziehen, weshalb wir auf diese auch nicht weiter eingehen möchten.

Werden die angenommenen 65.000 Euro als Einmalbeitrag in eine klassisch-kapitalbildende Rentenversicherung eingezahlt, werden es dort bei renomierten Anbietern fünf Jahre später 66.688 Euro bei einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von nur 1,5 Prozent per annum. Nimmt man nun vorsichtige vier Prozent an, werden aus der Einzahlung schon 75.621 Euro (die Branche schafft bei klassischen Tarifen ja aktuell im Durchschnitt bereits 2,7 Prozent). Bei „richtigen“ Fondspolicen können die Erträge noch höher sein.

Warum nicht weiter auch monatlich sparen?

Ein Aspekt der Wiederanlage, weil das Arbeitsleben nun eben doch länger dauert, wird erstaunlich oft nicht beachtet: Man kann auch weiterhin monatlich sparen. An der eigentlichen Situation „Ich arbeite und spare für meinen Ruhestand“ hat sich ja im Grunde noch nichts geändert. Der Altvertrag kann natürlich nicht mehr weiter bespart werden – müsste ein neuer her. Ein solcher scheitert aber evtl. an der nötigen Laufzeit bzw. der Mindestrente. Auch hier können wir passende Lösungen für Sie finden. Sprechen Sie uns hier am besten direkt an – evtl. kann eine Kombination mit dem Wiederanlagebetrag als Sonderzahlung gebildet werden?

Aber dann werden ja Steuern fällig…

Das stimmt. Die meisten Verträge, bei denen sich derzeit eine Wiederanlage empfiehlt, werden wohl bis 2004 abgeschlossen worden sein. Die Auszahlung erfolgt also noch steuerfrei. Daran ändert die Wiederanlage aber nichts, denn die Summe, die an Sie ausgezahlt wurde, bleibt steuerlich unangetastet. Die Erträge, die Sie daraus erzielen hingegen, die müssen natürlich versteuert werden. Da Sie wohl nur in den allerseltensten Fällen „Anschlusslaufzeiten“ von mehr als zwölf Jahren vereinbaren können (man will das Geld ja schon mal für den Ruhestand nutzen…), wird die steuerliche Begünstigung durch das Halbeinkünfteverfahren nicht greifen. Aus rein steuerlicher Sicht ist es dann also egal, ob das Geld auf einem Tagesgeldkonto liegt oder in einer Rentenversicherung – Erträge sind steuerpflichtig. Daher kann man aber auch uneingeschränkt sagen: Na, hoffentlich wird es ordentlich viel Steuer! Denn dann ist auch der Ertrag groß und Sie profitieren unterm Strich davon. Nur darauf kommt es an.

Auch irgendwie Altersvorsorge, oder?

Jetzt ist es natürlich aber auch so, dass man sich im Alter nicht nur Gedanken darüber machen muss, womit man seine Miete, Brötchen oder Heizstoffe bezahlen muss. Durch die stetig steigende Lebenserwartung wird der Pflegefall im letzten Lebensabschnitt immer wahrscheinlicher. Und spätestens dann hat man ein Familienproblem. Sie wissen das alles: Unterhalt auch von Kindern, Rückabwicklung von Schenkungen usw.

Nur sehr wenige Menschen haben „Nach mir die Sintflut!“ zum Lebensmotto erklärt und sind daher durchaus daran interessiert, dass ihre Familien nicht finanziell gemolken werden, wenn sie selbst auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die Kosten für Pflege sind bereits heute erschreckend hoch und müssen fast zwangsweise noch weiter steigen, damit es attraktiv wird, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Weshalb also nicht einen Teil des Geldes hernehmen und die finanzielle Gefahr späterer Pflege minimieren?

Mit einer Pflegerente kein Problem. Wählen wir hier beispielhaft mal einen mittelkarätigen Schutz, der erst ab Pflegegrad 3 leistet. Die Renten sollen nur ergänzend sein, da laufende Rente und Geldvermögen mit verzehrt werden können (Pflegegrad 3: 500 Euro, Pflegegrade 4 und 5: 750 Euro). Durch die Überschüsse steigt die Rente dann in den hohen Pflegegraden dann auf fast 1.000 Euro an. Das kann ausreichen – entschärft die Situation für die Familie in jedem Fall schon einmal gewaltig. Was das kostet? Knapp über 29.500 Euro waren das in unserer Beispielrechnung. Ja, das ist eine Menge Geld. ABER! Verstirbt die versicherte Person bevor der Pflegefall eintritt, wird das Geld z. B. an den überlebenden Ehegatten ausgezahlt. Man geht also kein wirkliches Risiko ein.

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Warum gibt es vL?

Schon in den 1960ern und 1970er-Jahren erkannte der Staat die Notwendigkeit, auch Wenig- und Normalverdienern beim Kapitalaufbau zu fördern.
Denn die Waschmaschine, die plötzlich ratternd ihren Dienst quittiert, das uralte Auto, das unerwartet mit einem kapitalen Motorschaden das Zeitliche segnet oder das ererbte Elternhaus, das vom jahrzehntelangen Investitionsstau gezeichnet ist, hatten auch damals schon das Potential, „normale“ Menschen in finanzielle Nöte zu treiben.  Aber auch das Thema Altersvorsorge drängt sich in den letzten Jahrzehnten mit jeder „Rentenreform“, also Leistungskürzungen,  zunehmend stärker ins Bewusstsein.

Doch wie sollen Wenig- oder Normalverdiener es schaffen, ein kleines Vermögen aufzubauen? Entscheidende Impulse dazu sollen die vermögenswirksamen Leistungen (häufig mit „vL“ oder „VWL“ abgekürzt, im Folgenden: vL) geben. Dabei werden bestimmte Sparformen mit einem staatlichen Prämiensystem gefördert. Gesetzliche Grundlage ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG).

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer in einer in § 2 Abs. 1 VermBG genannten Anlageformen anlegt, die also nicht auf bzw. über das Konto des Arbeitnehmers fließen (Investivlohncharakter). Vermögenswirksame Leistungen entstehen:

a) als Zuwendungen des Arbeitgebers, die einzelvertraglich, in Betriebsvereinbarungen oder durch Tarifvertrag vereinbart sind oder
b) als Teilbeträge des regelmäßigen Lohns, die vermögenswirksam umgewandelt werden.
c) als eine Kombination aus a) und b)

Nur im Fall a) handelt es sich also um eine zusätzliche Geldleistung. Diese Geldleistung erhält der Arbeitnehmer auch nur dann, wenn er sie aktiv beantragt; ansonsten kommt sie nicht zur Auszahlung, insbesondere nicht als gewöhnliche Lohnerhöhung.
Im Fall b) bekommt der Arbeitnehmer nicht mehr Geld. Um dennoch in den Genuss der staatlichen Förderungen zu kommen, lässt er schlicht einen Teil seines ansonsten unveränderten Gehalts zu vermögenswirksame Leistungen um Deklarieren. Damit verzichtet der Arbeitnehmer schlicht einen Teil der Auszahlung, z.B. 40 EUR monatlich. Stattdessen fließen die 40 EUR in eine staatlich geförderte vermögenswirksame Leistungen-Anlage; im Falle der Entgeltumwandlung kommen sogar deutlich mehr als 40 EUR im Vertrag an, nicht selten Beträge zwischen 70 und 75 EUR.
Schließlich Fall c) kann der Arbeitnehmer zum Arbeitgeberzuschuss je nach Vertragsart freiwillig noch eigene Zahlungen hinzugeben, theoretisch solange, bis sämtliche Fördergrenzen vollständig ausgeschöpft sind.

Welche Verwendungsformen (Durchführungswege) gibt es?

Verwendet werden können vL derzeit hauptsächlich in drei Formen:

  • Bausparen,
  • Beteiligungssparen mit einem Aktien-Investmentfonds-Sparplan oder
  • als Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge

Daneben existieren noch weitere, weniger häufig genutzte Verwendungsformen, wie z.B.

  • Kapitallebensversicherung (KLV)
  • Mitarbeiterkapitalbeteiligung (Erwerb von Aktienanteilen des eigenen Unternehmens)
  • unmittelbare Verwendung für wohnungswirtschaftliche Zwecke
  • Tilgung eines Wohnraumdarlehens

Grundsätzlich darf der Abreitnehmer die Verwendungsform frei wählen, allerdings besteht die Möglichkeit tarifvertraglicher Beschränkungen. So trat beispielsweise zwischen den Tarifvertragsparteien IG Metall und Gesamtmetall am 1. Oktober 2006 der Tarifvertrag über die altersvorsorgewirksamen Leistungen (TV AVWL) in Kraft. Seitdem können für die vL-Verwendung nur noch entweder Riester- oder bAV-Verträge abgeschlossen werden. (In Einzelfällen in der Praxis lässt sich diese Regelung allerdings gelegentlich noch aushebeln.)

Entgeltumwandlung als effektivste Form der vL-Verwendung?

Nicht erst seitdem die Zinsen dramatisch gesunken sind, stellen sich renditeorientierte Anleger die Frage, ob man mit vL nicht mehr erreichen kann als nur alle 7 Jahre einen „Trostpreis“ in Form eines häufig doch recht mageren Bausparguthabens.
Sicherlich kann mit guten Aktien-Investmentfonds nach wie vor, eingedenk des Durchschnittskosten-Effekts, eine langfristige Rendite von 4-5% p.a. erzielt werden, ggf. zzgl. der durchaus erklecklichen staatlichen Prämien. Doch garantiert ist dies keineswegs, schon gar nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt. Und auch die anlagetypisch oft starken Kursschwankungen sind nicht jedermanns Sache.
Gesellt sich zu einer hohen Renditeerwartung nun aber noch das veritable Problem einer mehr oder weniger ausgeprägten Rentenlücke (was in der Praxis ja nahezu immer der Fall sein dürfte) und sind es noch mindestens 15-20 Jahr bis zum Renteneintritt, so eröffnet sich noch eine ganz völlig andere Perspektive: Entgeltumwandlung statt vL!

Dem Beispiel zugrundeliegende Vergleichsbedingungen

Allgemein

  • Um eine Vergleichbarkeit zwischen Bausparer, Fondssparplan und Direktversicherung zu ermöglichen, wird hier von einer Gesamtspardauer von 35 Jahren ausgegangen, was in der betrieblichen Altersvorsorge einem gewählten Rentenbeginn mit Alter 67 und beim Bau- bzw. Fondssparen 5 Sparzyklen à 7 Jahren entspricht.
  • Der Einfachheit halber wird hier auch beim Fondssparen von einer 7jährigen Spardauer ausgegangen, wenngleich es sich tatsächlich um eine lediglich 6jährige Spardauer mit anschließender 1jähriger Ruhephase handelt.
  • Um den Vergleich nicht tendenziös erscheinen zu lassen, sind die Parameter bewusst eher zu Gunsten der Vergleichsprodukte Bausparen und Fondssparen gesetzt (Renditeannahmen, Förderfähigkeit, Besteuerung etc.). Auch wird bloß mit einem betrieblichen Altersvorsorge-Einzeltarif gerechnet, obwohl in der Praxis häufig Gruppenversicherungsverträge mit oft deutlich besseren Konditionen genutzt werden können. Nicht unterschlagen werden darf jedoch, dass die Befreiung von Sozialversicherungsabgaben auch zu einer (geringen) Reduzierung der Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung führt.
  • Weitere Produktvorteile, wie möglicherweise günstige Bauspardarlehen bzw. eine auf Wunsch lebenslang garantierte Altersrente bei der betrieblichen Altersvorsorge, bleiben außer Betracht.

Beitrag

  • Bausparen: 40,00 EUR monatlich.
  • Fondssparplan: 40,00 EUR monatlich.
  • Entgeltumwandlung: Entgegen landläufiger Irrtümer zählen vermögenswirksame Leistungen-Arbeitgeberzuschüsse grundsätzlich voll zum zu versteuernden und mit Sozialabgaben zu verbeitragenden Einkommen hinzu. Ebenso sind Umdeutungen von Gehaltsbestandteilen als vermögenswirksame Leistungen grundsätzlich aus dem Netto zu entnehmen. Im gegenzug bedeutet dies aber, dass durch Emtgeltumwandlungen aus netto 40,00 EUR vermögenswirksame Leistungen durch Steuer- und Sozialabgabenersparnis 37,13 EUR zusätzlicher Beitrag erzielt werden können, zusammen somit ein Bruttobeitrag von immerhin 77,13 EUR entsteht also beinahe das Doppelte des ursprünglichen vermögenswirksame Leistungen-Betrages!

Wertentwicklung

  • Bausparen: Zugrunde gelegt werden die garantierten Zinsen von 0,10% p.a. zuzüglich des rückwirkenden Zinsbonus von 0,50% p.a. Somit ergeben sich nach 7 Jahren Zinsen i.H.v. 45,26 EUR (11,21 EUR garantierter Zins + 45,26 EUR Zinsbonus).
  • Fondssparplan: Angenommen wird eine durchschnittliche Rendite von 5,0%, die zwar ambitioniert wirkt, jedenfalls aber aus einer langjährigen Rückbetrachtung des DAX heraus durchaus nicht unrealistisch erscheint (zum Vergleich: Rendite des 25-Jahreszeitraums 1989-2014: 7,0% p.a.!). Nach 7 Jahren steht ein sattes Plus von 513,32 EUR (vor Kosten) in den Büchern.
  • Entgeltumwandlung: Herangezogen werden der (noch) gültige Garantiezins von 1,25% sowie die aktuellen Überschüsse (3,89%). Da es keine Möglichkeit auf Teilzahlungen gibt (der Rückkaufswert wäre insoweit irreführend), werden nach 7 Jahren noch keine Zwischenergebnisse ausgewiesen.

Staatliche Zulagen

  • Bausparen: Förderfähigkeit wird unterstellt. Die 40,00 EUR monatliche vermögenswirksame Leistungen (480,00 EUR jährlich) übersteigen den maximal durch die Arbeitnehmer-Sparzulage förderfähigen Betrag (9,00% auf max. 470,00 EUR p.a. = 42,30 EUR Zulage) um 10,00 EUR jährlich. Für diese 10,00 EUR können somit nochmals 8,80% Wohnungsbauprämie (0,88 EUR jährlich) beantragt werden. Zusammen ergeben sich 302,26 EUR staatliche Zulagen (296,10 EUR aus der Arbeitnehmer-Sparzulage zzgl. 6,16 EUR aus der Wohnungsbauprämie).
  • Fondssparplan: Förderfähigkeit wird angenommen. Hier wird der Sparbeitrag mit 20% Arbeitnehmer-Sparzulage deutlich gehebelt, wenn auch nur bis zu einem Deckel von 400,00 EUR jährlicher Sparbeiträge, so dass die Zulagen nach 7 Jahren stolze 560,00 EUR betragen (zur Fiktion einer 7jährigen Spardauer, s.o.).
  • Entgeltumwandlung: Staatliche Zulagen gibt es keine, da die Förderung früher ansetzt, nämlich mit der Steuer- und Sozialabgabenbefreiung des vermögenswirksame Leistungen -Betrages. Ein weiterer Vorteil dieser Förderform ist, dass diese unabhängig von Einkommensgrenzen, wie sie bei der Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie bestehen, immer genutzt werden kann, solange der Höchstbeitrag noch nicht ausgeschöpft ist (2016: 248 EUR monatlich).

Kosten

  • Bausparen: Die Kosten beim Bausparen sind transparent, außer 1,00% Abschlussgebühr fallen bei der vermögenswirksame Leistungen-Anlage hier keine weiteren Kosten an (insbesondere keine Kontoführungsgebühren).
  • Fondssparplan: Auch Fondskosten sind sehr transparent, jedenfalls bei OGAW-Fonds. Nach der BVI-Methode sind die laufenden Verwaltungskosten bereits im Kurspreis enthalten, so dass an zusätzlichen Kosten lediglich ein einmaliger Ausgabeaufschlag (bei Aktienfonds meist 5,00%) sowie eine jährliche Depotverwaltungsgebühr anfällt (bei vermögenswirksame Leistungen-Depots üblicherweise 12,00 EUR pauschal im Jahr).
  • Entgeltumwandlung: Die Kosten eines Versicherungsvertrags dürften in letzter Konsequenz nur für wenige Eingeweihte bis in die tiefsten Tiefen hinein ergründbar sein (was z.B. sind die wahren Kosten eines Deckungsstockes?). Die Ausweisung der Kosten wird  derzeit (noch) unterschiedlich gehandhabt. Vorliegend ergeben sich durch Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten bis zum Rentenbeginn jährliche Effektivkosten von 0,95%.

Ergebnis der 7jährigen Betrachtung

  • Bausparen: In der Praxis muss die Auszahlung im Ergebnis meist nicht versteuert werden, da in den meisten Fällen ausreichend bezifferte Freistellungsaufträge vorliegen oder die Abgeltungsteuer im Nachgang mit der restlichen Einkommensteuer im Rahmen der Steuererklärung wieder verrechnet werden kann. Die staatlichen Zulagen sind ohnehin steuerfrei. Bei der Wohnungsbauprämie wird eine wohnwirtschaftliche Verwendung angenommen.
  • Fondssparplan: Auch hier bleiben die Fondserträge, auch bei stärkeren Schwankungen, in aller Regel unterhalb der Besteuerungsgrenze
  • Entgeltumwandlung: Teilzahlungen sind hier nicht möglich. Insofern „hinkt“ der Vergleich zwar etwas; da es letztlich aber um einen 35jährigen Betrachtungszeitraum geht und dieses Kriterium für den Beispielkunden irrelevant ist (s.o. die Eingangsbedingungen), kann dies vernachlässigt werden.

Ergebnis der 35jährigen Betrachtung

 

 

  • Bausparen: Hierzu wird das vorstehende Ergebnis schlicht mit 5 multipliziert.
  • Fondssparplan: Wie beim Bausparen.
  • Entgeltumwandlung: Bei der betrieblichen Altersvorsorge ist es komplizierter, da die Zahlungen nachgelagert voll mit dem dann gültigen persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern und zudem bei Gesetzliche Krankenversicherung-Versicherten mit den dann gültigen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen zu verbeitragen sein werden. Im Fall der Kapitalabfindung können diese Beiträge auf 10 Jahre (120 Monatsraten) verteilt werden. Eine Beitragspflicht entsteht jedoch nur, wenn die monatlichen Einnahmen aus allen beitragspflichtigen Versorgungsbezügen insgesamt 1/20 der monatlichen Bezugsgröße übersteigen. Das sind im Jahr 2016 für die Betriebsrente West 145,25 EUR oder im Fall der Kapitalabfindung unter 17.010 EUR. Es handelt sich dabei aber lediglich um eine Freigrenze; wird sie überschritten, wird der gesamte Beitrag beitragspflichtig. Für Mitglieder der KVdR beträgt der Beitragssatz derzeit 14,6 Prozent zuzüglich des kassenindividuellen Beitrags von hier 1,1 Prozent plus Pflegeversicherungs-Beitragssatz i.H.v. 2,6% (2,35%, alleine zu tragen, zusätzlich 0,25% Zuschlag), insgesamt somit 18,3%. Hinzu kommt der individuelle Steuersatz. Zwar wird die gesetzliche Rente mit grob geschätzt ca. 800 EUR monatlich steuerlich kaum ins Gewicht fallen. Jedoch handelt es sich um ein Steuerjahr mit einer größeren Einmalzahlung, so dass hier ein Steuersatz von rund 13% nicht zu hochgegriffen sein dürfte. Wobei eine Auszahlung natürlich frühestens im auf das auf den Rentenbeginn folgende Jahr empfohlen wird. Mithin sind insgesamt 30% an Steuern und Sozialabgaben abzuziehen.
    Bei der Renditerückberechnung erscheint eine Bezugnahme auf den Netto(eigen)betrag der vermögenswirksame Leistungen hier also 40,00 EUR monatlich im Sinne einer echten Vergleichbarkeit der Fördermodelle geboten, da ausschließlich der Nettobetrag auch für alternative Anlageformen verfügbar ist. Die Differenz zum Bruttobeitrag macht ja schließlich gerade die Förderung bei der Entgeltumwandlung aus.

Fazit

Die Entgeltumwandlung eignet sich gerade für jüngere Sparer als renditeträchtige, langlaufende Alternative zum Bau- und Fondssparen „auf Sicht“. Entweder geschieht dies mit dem vom Chef oder bei minimalem Aufwand mit Eigenmitteln. Ohne große Umschweife gelingt so der Einstieg in eine der effektivsten Formen der Altersvorsorge, die zudem als Vorsorgefavorit der deutschen Politik auch gute Perspektiven aufweist. Darüber hinaus lassen sich die Renditechancen durch die Wahl von fondsgebundenen Lösungen und Gruppenversicherungsverträgen optimieren.
Übrigens schließt die Entgeltumwandlung keineswegs eine Nutzung der übrigen Anlageformen aus: Wer sein Zinsänderungsrisiko für künftige Renovierungen des Eigenheims reduzieren möchte oder direkter von den Chancen der Aktienmärkte partizipieren und nicht auf die mittelfristige Geldspritze aus dem Fonds-Sparplan verzichten will, kann ganz einfach mit weiteren vL-Leistungen aus Eigenmitteln die staatlichen Zulagen voll abgreifen.

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„Der Rock des Beamten ist zwar eng, aber warm!„, soll Friedrich II. eimal gesagt haben – doch wie genau ist es eigentlich um die Versorgung von Beamten für den Fall bestellt, dass diese ihren Dienstpflichten nicht mehr nachkommen können?

Ebenso wie für Angestellte ist es auch für Beamte von größter Bedeutung, die eigene Arbeitskraft abzusichern. Ein besonders hohes Risiko, dienstunfähig (DU) zu werden, haben Vollzugsbeamte (Polizisten, Feuerwehrleute und Soldaten) sowie Lehrer. Hochschullehrer und Richter dagegen weisen ein eher überschaubares Risiko auf. Die Ursachen und Wahrscheinlichkeiten sind grundsätzlich mit denen bei der Berufsunfähigkeit (BU) vergleichbar. So sind die häufigsten Gründe für DU psychische Erkrankungen (insbesondere sog. Anpassungsstörungen und Depressionen) sowie Krebs.

1. Leistung dem Grunde nach

Beamte stehen in einem grundlegend anderen Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber als Angestellte. Schon an den Begrifflichkeiten wird dies deutlich: Der Beamte steht in einem Dienst- und Treueverhältnisverhältnis mit und zu seinem Dienstherrn. Dieser wiederum hat gegenüber seinem Beamten – von der Alimentation bis zur Witwenversorgung – ebenfalls ein erhöhtes Maß an Fürsorge- und Versorgungspflichten. Der Begriff der Berufsunfähigkeit, der auf Angestelltenverhältnisse gemünzt ist, passt dementsprechend auch nicht so recht zum „Dienstverhältnis“.
§ 44 Abs. 1 BundesbeamtenG definiert daher stattdessen eine Dienstunfähigkeit: Ist ein Beamter wegen des körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienstpflichten dauernd unfähig (dienstunfähig), so ist der Beamte auf Lebenszeit (BaL) in den Ruhestand zu versetzen. Die Unerfüllbarkeit von Dienstpflichten bemisst sich danach, inwieweit die gesundheitliche Beeinträchtigung zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Dienstbetriebs (z.B. zu überdurchschnittliche Fehlzeiten) führt.
Die Entscheidung darüber, ob bzw. inwieweit eine DU vorliegt, trifft alleine der Dienstherr. Ärztliche Gutachten dienen lediglich als Orientierungshilfe. Bevor dem Beamten eine DU bescheinigt wird, ist vorrangig eine anderweitige Verwendung des Beamten zu prüfen. Dabei muss die neue Aufgabe allerdings auch zumutbar sein und der Beamte muss die gesundheitlichen Anforderungen des neuen Amtes auch erfüllen. In der Praxis erwiesen sich diese Hürden durchaus als hoch.

Bei der DU-Prüfung gilt außerdem der Grundsatz „begrenzte Dienstfähigkeit geht vor Versetzung in den Ruhestand“ (§ 27 i.V. § 34 Satz 1 BeamtStG). Daher kann auch eine lediglich begrenzte DU (Teil-Dienstunfähigkeit) festgestellt werden, mit der Folge, dass die Arbeitszeit und das Einkommen entsprechen angepasst werden. Doch obwohl Teilzeit-Arbeit für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer an sich gut durchführbar wäre, kommt die Anerkennung einer Teil-DU in der Praxis (derzeit) kaum vor.
Unabhängig davon unterscheiden sich die Folgen einer festgestellten DU (hier am Beispiel des Rechts für Bundesbeamte) je nach Beamtenstatus:

Nachversicherung bei der GRV bedeutet, dass bei Vorliegen einer Erwerbsminderung eine (allerdings verschwindend geringe) Rente bezahlt wird. Dazu muss jedoch die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt sein. Beamte in den ersten zwei bis drei Jahren ihrer Dienstzeit stehen bei DU daher regelmäßig ohne Absicherung da.

Mithin besteht bei Dienstanfängern und jungen Beamten eine große Versorgungslücke.

2. Unterschiede zwischen BU und DU

Für diejenigen DU-Fälle, in denen“zufällig“ gleichzeitig auch BU vorliegt, scheint eine DU-Klausel auf den ersten Blick entbehrlich zu sein. Doch auch in diesen Fällen bietet jedenfalls die „echte“ DU-Klausel (s.u.) den unschätzbaren Vorteil einer schnelleren Anerkenntnis und damit Auszahlung von Versicherungsleistungen. Denn im Gegensatz zur einer BU, deren Prüfung sich oft über ein halbes Jahr und länger hinzieht, führt der VR mit „echter“ den DU-Leistungsfall überhaupt keine eigene Prüfung durch. Vielmehr knüpft er die Auszahlung der DU-Rente lediglich an die Feststellung, die der Dienstherr getroffen hat. Der DBV genügt mithin ein lediglich formaler Nachweis wie die Vorlage der Entlassungs- bzw. Ruhestands-Urkunde.
Definitiv unersetzlich ist die DU-Klausel in den vielgestaltig denkbaren und praktisch vorkommenden Fallkonstellationen, in denen durch die unterschiedlichen Voraussetzungen und Entscheidungswege eine DU vorliegt, ohne dass zugleich eine BU gegeben ist! Beispielsweise, wenn bei einem Behördenleiter der 50 %-ige BU-Grad zwar nicht erreicht ist, die voraussichtlichen Fehlzeiten jedoch die Dienstabläufe so erheblich beeinträchtigen würden, dass eine DU ausgesprochen wird, zumal auch eine Versetzung nicht zumutbar ist (wg. mangelnder Verfügbarkeit zumutbarer alternativer Positionen). Daher ist es unabdingbar, dass Beamte eine BU-Police abschließen, die auch dann leistet, wenn der Beamte zwar dienst-, nicht aber zugleich auch berufsunfähig ist (allgemeine DU-Klausel). Vollzugsbeamte wie Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten benötigen sogar darüber hinaus noch eine zusätzliche Absicherung ihrer berufsspezifischen Anforderungen (spezielle DU-Klausel, s.u.).

3. Ausgestaltung allgemeiner DU-Klauseln

Hierbei ist zu unterscheiden einerseits zwischen echter und unechter sowie andererseits zwischen vollständiger und unvollständiger DU-Klausel.

Übrigens: Die Absicherung einer Teil-DU erscheint zwar wichtig, ist (derzeit) jedoch weit weniger praxisrelevant wie oft angenommen. So gab es bislang bei der DBV, die z.T. auch die Teil-DU versichert, noch keinen einzigen Leistungsfall hierzu (Stand 10/2016).

4. Spezielle DU

Im Vollzugsdienst (insbesondere von Polizisten, Feuerwehrleuten und Soldaten) wird zusätzlich zur allgemeinen Dienstfähigkeit eine besondere physische und psychische Konstitution vorausgesetzt. Wird diese angegriffen, kann der Vollzugsbeamte seinen speziell ausgestalteten Dienst nicht mehr versehen, obwohl er möglicherweise weder berufsunfähig, noch (allgemein) dienstunfähig ist! Spezielle DU liegt bereits vor, wenn der Beamte den spezifischen gesundheitlichen Anforderungen an seinen Dienst nicht mehr genügt und seine Dienstfähigkeit nicht innerhalb eines Jahres (Polizei: zwei Jahre) wiederhergestellt werden kann. Beispiele:

  • Beispiel 1: Ein Polizistenanwärter im Außendienst erleidet einen Bandscheibenvorfall und wird deshalb aus dem Dienst entlassen.
  • Beispiel 2: Ein Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr entwickelt ein schweres allergisches Asthma und fällt aufgrund dessen durch die regelmäßige ATG-Prüfung. Er könnte jedoch noch auf andere Dienststellen versetzt werden.
  • Beispiel 3: Eine Streifenpolizistin entwickelt eine Epilepsie mit gelegentlichen Krampfanfällen und wurde daher vom Streifendienst in ein kriminaltechnisches Labor versetzt.

Eine DU-Rente wird in diesen Fällen dann nur ausbezahlt, wenn der Vertrag eine „Spez.-DU-Klausel“ enthält. Für besonders gefährdete Berufsgruppen ist der Schutzumpfang allerdings meist eingeschränkt, um noch bezahlbar zu sein.

5. Leistung der Höhe nach

Wird der Beamte wegen DU in den (vorzeitigen) Ruhestand versetzt, so erhält er das Ruhegehalt. Dieses setzt sich aus den ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen, dem jährlichen Versorgungsprozentsatz (Faktor) und aus den ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten zusammen („Geld x Faktor x Zeit“). Der Satz der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge beträgt nach 40 Dienstjahren 71.75%, zuvor mindestens 35%, bei Dienstunfällen 75%. Im Falle der DU wird die Anwartschaft um eine sog. Zurechnungszeit erhöht. Dazu wird eine theoretische Dienstzeit bis zum 60. Lebensjahr angenommen und zu 2/3 bei der Bemesung der DU-Rente hinzugerechnet.

Im Ergebnis fällt die DU-Rente für junge Beamten dennoch derart niedrig aus, dass die sog. Mindestversorgung greift. Das sind grundsätzlich 65% der Endstufe der Besoldungsgruppe A4 plus 30,68 €, bei Dienstunfällen 75%. Die Mindestversorgung beträgt im Jahr 2017 für alleinstehende Bundesbeamte 1660€ monatlich (vor Abzug der Pflegeversicherung).

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Die Gesamtverzinsung klassischer Lebens- und Rentenversicherungen lag 2018 bei 3,40 % (Quelle: Assekurata). Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase ist dies noch immer ein erstaunlich hohes Niveau, möchte man meinen.

Doch zugleich sorgt die Kombination aus Niedrigzinspolitik und steigenden regulatorischen Anforderungen, insbesondere an das Eigenkapital für langfristige Garantien unter Solvency II, für eine massive Verteuerung der Klassik und damit für zunehmenden Handlungsdruck.

Wie stark die Herausforderungen bereits angewachsen sind, lässt sich beispielsweise an Kennziffern wie der Zinszusatzreserve ablesen. Betrug diese 2016 branchenweit noch 13 Mrd. Euro, wurden für 2017 bereits 20 Mrd. Euro erwartet (Quelle: GDV v. 08.02.2017). Seit der Einführung im Jahr 2011 ist die Zinszusatzreserve damit insgesamt auf bereits 44,1 Mrd. angeschwollen (Quelle: Versicherungsbote v. 02.02.2017).

Die logische Konsequenz ist daher ein (wahlweise disruptiver oder allmählicher) Rückzug aus der herkömmlichen Klassik. Das Umdenken der Branche hat inzwischen selbst ehedem unbeirrbare Verfechter der Klassik wie die Debeka erfasst, die sich im vergangenen Jahr zu einer jähen Kehrtwende genötigt sah und den Verkauf herkömmlicher klassischer Produkte ganz gestoppt hat. Zuvor haben sich bereits Zurich, Talanx AG (HDI u.a.) und Ergo vom Klassikmarkt verabschiedet. Im Jahre 2016 stellten zudem die Gothaer und weitgehend auch die Württembergische ihr klassisches Lebensgeschäft ein.

Andere Versicherer dagegen bevorzugen einen soft close, indem sie ihre klassischen Produkte gezielt unattraktiver machen. So hat der Volkswohl Bund bereits zum 01.10.2016 den Garantiezins mit 0,5 % auf ein Niveu noch unterhalb des neuen Garantiezinses, der ja lediglich ein „Höchstrechnungszins“ ist, abgesenkt. Die Signalwirkung: Wir wollen uns leise aus der Klassik zurückziehen, allerdings ohne Vertriebspartner und Kunden zu erschrecken.

Doch unbeeindruckt von den zinspolitischen und regulatorischen Zwängen scheuen die meisten deutschen Vorsorgesparer nach wie vor selbst lediglich kurzzeitige Verlustrisiken wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser und fordern weiterhin maximale Garantien ein. Wenngleich diese starke Risikoaversion alles andere als rational und zukunftsträchtig ist, so weiß man doch, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler.

Was ist eigentlich die „Neue Klassik“?

Die Lebensversicherer bemühen sich daher bereits seit etlichen Jahren, mit klassiknahen Produktalternativen wenigstens eine gewisse Reduktion der Garantieverpflichtungen am Markt durchzusetzen und im Übrigen das bekannte und bewährte Modell beizubehalten.

  • Produkte der „Neuen Klassik“ im engeren Sinne sind grundsätzlich dadaurch gekennzeichnet, dass der Garantiezins als garantierter Mindestzins abgeschafft ist. Stattdessen wird eine endfällige Bruttobeitragsgarantie ausgesprochen sowie eine garantierte Mindestrente zugesagt. Alternativ zur Mindestrente kann das Gesamtkapital nach künftigen Rechnungsgrundlagen verrentet werden. Im Gegenzug für den Wegfall der garantierten Mindestverzinsung ist bei Anbietern, die „neo-klassische“ Geschäft betreiben, als Wahlanreiz die Überschussbeteiligung meist etwas höher als bei der herkömmlichen Klassik.
  • Abzugrenzen ist die „Neue Klassik“ im engeren Sinne von anderen „klassik-verwandten“ Produktgruppen wie den Indexpolicen (hier werden Überschüsse zum Erwerb von Indexzertifikaten verwendet) und den Fondspolicen mit Garantie, die zur Abbildung der Garantie das Sicherungsvermögen heranziehen (wie Zwei- oder Dreitopf-Hybride).

Die Chancen auf Mehrertrag halten sich bei der „Neuen Klassik“ allerdings in Grenzen: Marktweit (Stand 2016) sollen diese Produkte laut Assekurata zwar durchschnittlich um jeweils 0,3 Prozentpunkte höhere Überschüsse erzielen als die herkömmliche Klassik. Sie weisen jedoch auch um 0,14 Prozentpunkte höhere Kosten auf. Per saldo verbleibt mithin eine Netto-Überrendite gegenüber der herkömmlichen Klassik von gerade einmal 0,16 Prozentpunkten (Quelle: Assekurata Marktstudie 2016 in: Versicherungsjournal v. 1.02.2016).

Besondere Form der „Neuen Klassik“ mit flexiblem „dualen Anlagemechanismus“

Neben Indexpolicen und Fondspolicen mit Garantie wurde zudem eine bislang weitgehend unbeachtete Produktkategorie eingeführt, die man als Policen mit „dualen Anlagemechanismus“ bezeichnen könnte. Bei diesen können die Sparbeiträge wie mit einem Schieberegler zwischen Sicherungsvermögen und freier Fondsanlage nahezu beliebig aufgeteilt werden. Vorteil: Stellt man nach einigen Jahren fest, dass ein anfänglich hoher Anteil des Sicherungsvermögens nicht die gewünschte Rendite bringt, kann nachträglich einfach der „Hebel“ zu mehr freier Fondsanlage „umgelegt“ werden – oder eben auch umgekehrt.

Fazit

Der negativen Sogwirkung von Niedrigzins und (Über-) Regulierung kann sich auch eine „Neue Klassik“ kaum entziehen. Einer marginalen möglichen Mehrrendite und einem durchaus erfreulichen Hinzugewinn an Flexibilität stehen die Aufgabe der garantierten Mindestverzinsung sowie die unvermindert anschwellenden Probleme des klassischen Sicherungsvermögens gegenüber. Ihre Stärke könnten die neuen Produkte allerdings dann voll ausspielen, wenn die künftigen Rechnungsgrundlagen deutlich besser ausfallen sollten als die heutigen – dies ist jedoch ungewiss.

Die besondere Variante der „dualen“ Form der „Neuen Klassik“ lohnt allerdings einen genaueren Blick. Diese Produkte ermöglichen es, jederzeit nahezu frei zwischen rein klassischer Klassik und freier Fondsanlage hin- und herzuwechseln. Nicht nur kann ein geschickter Sparer auf diese Weise Schwankungen der Kapitalmärkte zur Renditeoptimierung ausnutzen. Sollten die Überschüsse noch weiter sinken, als vom sicherheitsorientierten Vorsorgesparer erhofft, wird der „Schieberegler“ einfach etwas weiter Richtung Fondsanlage geschoben.

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Obwohl es den Wohn-Riester als solchen ja eigent­lich gar nicht gibt, dominiert er dennoch als Ries­tersparte mit dem größten Zuwachs die Medien. Ei­gentlich sprechen wir hier von den Vergünstigun­gen des „Gesetzes zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geför­derte Altersvorsorge“, kurz „Eigenheimrentenge­setz“ (EigRentG). Dieses Gesetzt regelt nun genau das, was der Name erwarten lässt: Es behandelt Aufwendungen für selbstgenutztes Wohneigentum als förderfähige Altersvorsorge. Eben jenes Gesetz ist es auch, welches den Bausparkassen über­haupt erst erlaubt, in diesem Bereich tätig zu wer­den, doch es beschränkt den Anbieterkreis nicht auf die Bausparkassen. Grundsätzlich ist es auch den Lebensversicherern möglich, entsprechende Pro­dukte anzubieten – was auch geschieht. Allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang und in verschiede­nen Ausprägungen.

Die Besonderheit der Wohn-Riester-Regelungen liegt im Vergleich zu den normalen Riesterverträgen in der Möglichkeit, gefördertes Vermögen schon vor Rentenbeginn zu verwenden, bzw. die Förderung und die dafür erforderlichen Eigenbeiträge auch für die Entschuldung zu nutzen. Geld schon vor der Rente auszugeben, scheint auf den ersten Blick dem Gedanken einer dauerhaften Altersabsicherung zu wider­sprechen. Doch das selbstgenutzte Eigenheim ist mit der dadurch zu erwartenden Mietersparnis ja nicht irgendeine Ausgabe. Aus dem Gedanken der dauerhaften Absicherung ergeben sich auch die Auflagen für die Eigennutzung. Würde das Eigenheim einfach verkauft und das Geld ausgegeben werden können, wäre der Vorsorgegedanke wieder dahin.

Da die Lebensversicherer Ansparverträge, Kapitalauszahlungen und die meisten auch Darlehensverga­ben beherrschen, gibt es hier nichts, was den Wohn-Riester zu einem exklusiven Produkt für Bauspar­kassen macht. Vergleicht man die Angebote der Versicherer mit denen der Bausparkassen, zeigen sich allerdings doch deutliche Unterschiede: Noch relativ ähnlich ist der Ansparprozess. Die Bausparkassen bieten in der Ansparphase einen festen Zinssatz. Dieser bewegt sich zurzeit je nach Bausparkasse zwischen 0, 1 %  und 0,5 % auf das vorhandene Sparguthaben. Dem stehen Abschlussgebühren von 1 % – 1 ,6 % auf die Bausparsumme und – je nach Anbieter – noch Kontogebühren gegenüber.

Die Versicherer sind hier bekanntlich wesentlich breiter aufgestellt. Ob Fondspolicen mit Garantie, „klas­sischen“ Policen oder den ganzen Strauß der neuen Modelle. Allerdings sind hier neben den höheren Gewinnchancen auch die Kosten in der Regel deutlich höher.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Versicherungslösungen und den Bausparlösungen ist der Zeit­punkt der Zuteilung. Bei den Bausparverträgen muss die für die Zuteilung notwendige „Bewertungszahl“ erreicht werden, um das in Aussicht gestellte Darlehen in Anspruch nehmen zu können. Ist diese „Be­wertungszahl“ noch nicht erreicht, wenn das Geld benötigt wird, muss eventuell noch anderweitig eine Möglichkeit zur Zwischenfinanzierung gesucht werden. In dem entgegengesetzt gelagerten Fall, dass die Zuteilungsreife des Vertrags schon erreicht ist, aber das Geld noch nicht benötigt wird, stellen sich wie­derum einige Fragen. Bespart man den Vertrag weiter? Lässt man den Vertrag ruhen? Macht man einen neuen? Natürlich kann man den Vertrag einfach weiter besparen und seine Eigenbeiträge und die Zula­gen mit dem vereinbarten Zinssatz weiter verzinsen lassen. Allerdings ist die mögliche Darlehenshöhe auf die Differenz zwischen Bausparsumme und vorhandenem Vertragskapital begrenzt. Man reduziert durch das Sparen demzufolge seinen Bauspardarlehnsanspruch.

Lässt man den Vertrag ruhen, zahlt also keine Beiträge mehr ein, sind über diesen Vertrag natürlich auch die Zulagenvoraussetzungen nicht mehr gegeben. Es sollte also ein weiterer Vertrag für den Erhalt der Zulagen abgeschlossen werden. Wählt man wieder einen Bausparvertrag, ergibt sich für den Zeitpunkt des Bedarfs gegebenenfalls das Problem mit der Zuteilungsreife. Bei einem Wohn-Riester-Bausparver­trag sollte man also sehr gründlich planen, wann man Kauf oder Bau seines selbst zu nutzendes Eigen­heims in Angriff nehmen will.

Sollte die Planung bezüglich des Eigenheims übrigens überhaupt nicht umgesetzt werden, muss das Kapital aus dem Bausparvertrag zu Rentenbeginn nach den für Riesterverträge üblichen Regelungen verrentet werden. Das heißt maximal 30 % des Kapitals sind (steuerpflichtig) zu entnehmen, ein Auszahl­plan bis 85 Jahre ist möglich und ab spätestens diesem Alter ist eine lebenslange Rente über einen  Rentenversicherer zu garantieren. Bei welchem Anbieter und zu welchen Konditionen auch immer.

Bei den Rentenversicherern gibt es das Problem der Zuteilungsreife nicht. Die Rentenversicherung wird bespart und wenn der Kunde sich entschließen sollte zu bauen oder sich ein Eigenheim zu kaufen und dauerhaft zu bewohnen, kann er auf seinen Rentenversicherungsanbieter zugehen.

Im Finanzierungsbereich gibt das Eigenheimrentengesetz nun die Möglichkeit, auch die Rückzahlung eines Darlehns als Altersvorsorgeaufwendung zu behandeln. Das heißt, entsprechend der erforderlichen Mindestbeiträge können auch die Zulagen direkt zur Tilgung der Schulden verwendet werden. Dies ist nun auch der größte Unterschied zwischen den Rentenversicherungsanbietern und den Bausparkassen. Während die Bausparkassen die Beiträge und Zulagen direkt für die Darlehensrückzahlung verwenden, bieten die Rentenversicherer zum Teil Entnahmemöglichkeiten aus den Rentenversicherungen und/oder Zinsvergünstigungen für hauseigene Darlehen an. So bietet beispielsweise der HDI einen Zinsrabatt von 0,25 % bei Bestehen eines HDI-Riestervertrags, verbunden mit der Möglichkeit der auch wiederholten Entnahmen für beispielsweise Sondertilgungen. In diesen Fällen, in denen riestergefördertes Kapital für die Tilgung von Schulden verwendet wird, ergibt sich eine steuerliche Besonderheit, das „Wohnförder­konto“.

Da die Zuflüsse aus der Riesterrente nachgelagert versteuert werden sollten, aber aus zurückgezahlten Schulden dem Steuerschuldner nichts mehr zufließt, was direkt auf der Einnahmenseite versteuert werden kann, werden alle diese Rückzahlungen auf einem „Wohnförderkonto“ vermerkt und mit jährlich 2 % verzinst. Aus diesem sich dann ansammelnden (fiktiven) Kapital wird eine entweder einmalige oder ratier­lich zu begleichende Steuerschuld berechnet, die dann ab Rentenbeginn zu zahlen ist.

Eine andere Lösung bietet hier beispielsweise die Condor mit Ihrem „Bauhelfer“. Um bis zu 0,5 % kann hier der Zinssatz für ein Darlehen reduziert werden, wobei der Riestervertrag jedoch unberührt bleibt. Dabei ist die mögliche Darlehenshöhe abhängig von dem Vertragsguthaben des Riestervertrags. Bei dieser Lösung ist dann keine Steuerzahlung für ein fiktives Einkommen zu leisten.

Berücksichtigt man nun noch die aktuellen Zinssätze, der Rentenversicherer für entsprechende Darlehen, so ergeben sich vielfach höchst attraktive Zinssätze von z.B. unter 2 % für 20jährige Laufzeiten.

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Wir möchten Sie hier auf einige wichtige Punkte zur Risikolebensversicherung hinweisen, um hierdurch vielleicht erkennen zu können, ob Ihr derzeitiger Versicherungsschutz auch der geeignete für Ihre derzeitige Lebenssituation ist.

Sich gegenseitig absichern für den Todesfall – das ist Sinn und Zweck einer Absicherung von Partnern über eine Risikolebensversicherung. Doch es gibt unterschiedliche Varianten, wie dieses erfolgen kann. Je nach Lebenssituation und Absicherungswunsch ist die eine oder andere Form von Vorteil. In den folgenden 3 möglichen Varianten zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile auf.

1. Verbundene Partnerversicherung

Wenn man zum Beispiel Kinder hat oder ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu betreuen ist, muss die Betreuung natürlich auch nach einem Unglücksfall weiterhin gewährleistet sein. Bei einer verbundenen Risikolebensversicherung wird ein Vertrag für zwei (oder mehrere) Personen abgeschlossen. Dafür fällt auch nur eine Prämie an, d.h. der Tarif ist besonders günstig.

Im Gegensatz zu einer normalen Risikolebensversicherung ist es einem Versicherungsnehmer nicht ohne weiteres möglich, den Begünstigten im Todesfall zu ändern, schließlich handelt es sich hierbei um eine gegenseitige Absicherung.

Der Nachteil: Verstirbt einer der Versicherten, erhalten die Begünstigten die vereinbarte Versicherungssumme. Damit endet aber auch der Versicherungsschutz für alle weiteren Vertragsbeteiligten! Das bedeutet konkret: Die Versicherungssumme wird bei einer verbundenen Risikolebensversicherung nur ein einziges Mal ausgezahlt. Sterben beide Versicherte, beispielsweise bei einem Autounfall, kommt nur die einfache Summe zur Auszahlung. Gerade Familien mit Kindern sollten daher überlegen, ob separate Verträge nicht sinnvoller sind. Für Eheleute ohne Kinder oder Geschäftspartner, die sich gegenseitig absichern möchten, ist sie eine gute Wahl.

2. Separate Verträge

Jeder Partner schließt eine Risikolebensversicherung auf sein eigenes Leben ab und setzt den Partner als Begünstigten ein. Das bedeutet zwar, dass anders als bei der Partner-Versicherung zwei Prämien anfallen, dafür besteht aber größtmögliche Flexibilität. Im Falle einer Trennung zum Beispiel nimmt jeder seinen eigenen Vertrag einfach mit und ändert lediglich die Bezugsberechtigung. Ein weiterer Vorteil: Bei gleichzeitigem Versterben beider Partner werden auch beide Summen an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Der Nachteil: Bei unverheirateten Paaren sind die Auszahlungen aus der Risikolebensversicherung erbschaftssteuerpflichtig, wenn der Freibetrag von 20.000 Euro ausgeschöpft ist. Bei Ehepaaren liegt der Freibetrag bei 500.000 Euro.

3. Steuerclever: Über-Kreuz-Versicherung

Bei dieser Variante der Absicherung zahlt der Versicherungsnehmer für die eigene Absicherung, sollte der Partner versterben. Er ist also zur gleichen Zeit Beitragszahler und Versicherungsnehmer, während der Partner die versicherte Person ist. Im Todesfall des Partners erfolgt dann juristisch gesehen kein Erbe, sondern die Leistung aus dem eigenen Hinterbliebenenschutz. Die Versicherungssumme gilt also als Vertragsleistung und ist damit steuerfrei. Gerade bei größeren Erbsummen ist dies interessant, da die Freibeträge oft nicht ausreichen, um alle Vermögensgegenstände abgabenfrei zu transferieren.

Der Trick: Partner sichern sich bei dieser Variante gegenseitig ab, wenn jeder einen Vertrag mit dem anderen als versicherter Person abschließt. So vermeiden vor allem unverheiratete Paare die Erbschaftssteuer.

Der Nachteil: die „versicherte Person“ ist, da Vertragsgegenstand, schwieriger zu ändern, wenn man dies bei einer eventuellen Trennung möchte, als der „Bezugsberechtigte“.

ACHTUNG – wichtig ist, dass die Beiträge auch wirk­lich vom Versicherungsnehmer gezahlt werden, sie also nicht vom Gemein­schafts­konto fließen. So ist im Versicherungs­fall die Versicherungs­summe von der Erbschaft­steuer befreit.

Sollten Sie an dieser Stelle nicht wissen ob Sie die richtige Wahl getroffen haben oder Ihre Risikolebensversicherung doch über Kreuz laufen soll, so rufen Sie uns gerne an oder schreiben uns einfach eine Mail.

PS: Zur Risikolebensversicherung können wir aktuell eine Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen bieten, bei der Sie bis zu 400.000 € absichern können, wenn Sie in den letzten 6 Monaten eine Immobilie finanziert oder eine Praxis erworben haben.

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Wenn man etwas geschenkt bekommt, geht man ja eigentlich davon aus, dass man danach mehr hat als zuvor. Das ist natürlich auch der Fall, wenn man von seinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen bekommt. Im Endeffekt ist das natürlich auch so. Allerdings ist nicht allen bewusst, dass sie trotz des Geschenks erst einmal weniger in der Tasche haben, wenn sie ihre vermögenwirksame Leistungen auf herkömmliche Weise in einen Bausparvertrag oder einen Fondssparplan anlegen. (Für eine VL-Lebensversicherung dürfte sich nun mehr kaum noch ein Grund finden lassen.) Sie bekommen die Vermögenwirksame Leistungen zwar geschenkt, müssen dieses Geschenk aber versteuern und müssen Sozialabgaben dafür bezahlen. Da fehlen dann je nach Steuerklasse fast so viele Euros in der Tasche, wie man sie zuvor geschenkt bekommen hat.

Als Alternative bietet es sich hier an, die vermögenwirksame Leistungen innerhalb einer betrieblichen Altersvorsorge zu investieren. Denn Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge bleiben (innerhalb bestimmter Grenzen) steuer und sozialabgabenfrei. Damit fließt das geschenkte Geld in die Altersvorsorge und in den Geldbeutel kommt weiterhin derselbe Betrag wie zuvor.

Für denjenigen, dessen bisheriger VL-Vertrag ausläuft, haben wir eine interessante Alternative wie Sie mit dem gleichen Netto in der Tasche nicht nur 40 Euro wie zuvor, sondern fast doppelt so viel sparen können.

Ein Haken bleibt allerdings noch: Die vermögenwirksame Leistungen in der betrieblichen Altersvorsorge sind bis zum Renteneintritt nicht mehr verfügbar. Das mag für den einen oder anderen noch der Grund sein, bei den herkömmlichen Wegen zu bleiben. Aber warum eigentlich? Wenn Sie Ihre vermögenwirksame Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge investiert und sich dennoch hin und wieder etwas gönnen möchte, ist es bestimmt keine schlechte Alternative, die eingesparten Steuern und Sozialabgaben in einen entsprechenden Sparvertrag zu investieren, denn:

Sie haben für Ihre kurzfristigen Sparziele kaum weniger Geld zur Verfügung als wenn Sie die vermögenswirksamen Leistungen verwenden würden und daneben bauen Sie sich noch eine zusätzliche Altersvorsorge auf.

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